Nach israelischem Gewahrsam Mankell auf dem Weg nach Schweden

Krimifans dürfen aufatmen: Wegen seiner Beteiligung an einem Gaza-Hilfskonvoi war Henning Mankell von Israel in Gewahrsam genommen worden. Jetzt ist der Erfolgsautor auf dem Weg zurück in seine schwedische Heimat. Richtig freuen mag er sich darüber jedoch nicht.

Aus israelischem Gewahrsam ins Flugzeug nach Hause: Bestsellerautor Henning Mankell
DDP

Aus israelischem Gewahrsam ins Flugzeug nach Hause: Bestsellerautor Henning Mankell


München - Der beim Angriff Israels auf ein Schiff mit Hilfsgütern für den Gaza-Streifen vom israelischen Militär festgenommene Schriftsteller Henning Mankell ist nicht mehr in Haft in Israel. Er befinde sich jetzt auf dem Rückflug in sein Heimatland Schweden, teilte der Carl Hanser Verlag am Dienstag in München mit. In einer kurzen Stellungnahme gegenüber der schwedischen Zeitung "Expressen" habe Mankell jedoch seine große Sorge um die noch in israelischer Gefangenschaft gehaltenen Ship-to-Gaza-Aktivisten ausgedrückt.

Der schwedische Krimiautor Henning Mankell und acht seiner Landsleute, die sich an Bord eines der Schiffe der Gaza-Flottille befanden, waren nach Informationen des schwedischen Außenministeriums von israelischen Sicherheitskräften in Gewahrsam genommen worden. Den Festgesetzten sei von den israelischen Behörden angeboten worden, entweder umgehend abgeschoben zu werden oder sich einem Gerichtsverfahren zu stellen.

Die aus sechs Schiffen bestehende Flottille war mit Hilfsgütern in den von Israel blockierten Gaza-Streifen unterwegs und war am Montagmorgen von israelischen Marine-Einheiten gestürmt worden. Laut Armee wurden dabei mindestens neun Menschen getötet. Insgesamt befanden sich mehr als 700 propalästinensische Aktivisten an Bord der Schiffe, allein rund 600 an Bord des türkischen Bootes "Mavi Marmara".

Mankells Kriminalromane mit seinem Kommissar Kurt Wallander wurden weltweit 25 Millionen Mal verkauft. Er hatte vor seiner Teilnahme an dem Hilfskonvoi im schwedischen Hörfunk gesagt, er wolle seine Solidarität mit dem palästinensischen Volk demonstrieren. In dieser Woche hätte Mankell mehrere Lesungen im deutschsprachigen Raum haben sollen. Sie wurden am Montag abgesagt. Über kommende Termine konnten seine Verlage aufgrund der aktuellen Entwicklungen keine Aussagen machen.

feb/ddp



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