National Book Award Patti Smith bekommt Literaturpreis

Bob Dylan wartet noch immer auf den Literaturnobelpreis? Soll er doch! In New York wurde nun eine andere, große Songdichterin ausgezeichnet: Patti Smith - nicht für ihre Liedtexte, sondern für das autobiografische Buch "Just Kids".
Patti Smith (2010): Erinnerungen an das Leben mit Mapplethorpe

Patti Smith (2010): Erinnerungen an das Leben mit Mapplethorpe

Foto: Franz-Peter Tschauner/ dpa

Hamburg/New York - Dass die Musikerin Patti Smith eigentlich Literatin ist, war ihren Bewunderern immer klar. Und ihre Begeisterung für den französischen Dichter Rimbaud dürfte unzählige jugendliche Rockfans der Siebziger in die Lektüre seines "Trunkenen Schiffs" getrieben haben. Mittlerweile liegt die große Zeit von Smiths Schaffen, in der Großwerke wie die beiden Alben "Horses" und "Radio Ethiopia" erschienen, allerdings Jahrzehnte zurück. Zeit also für einen Literaturpreis, denn die kommen schließlich fast immer zu spät.

Und so wurde Patti Smith am Mittwochabend in New York für "Just Kids", das autobiografische Buch ihres Lebens mit dem Fotografen Robert Mapplethorpe, mit dem National Book Award für das beste Sachbuch ausgezeichnet.

Im Bereich Belletristik ging die Auszeichnung an Jaimy Gordon: Für "Lord of Misrule" ("Herrscher der Unordnung"). Die Jury nannte den Roman "lebendig, bemerkenswert und sprachlich reich". Das Buch spielt in der Welt der Pferderennen - allerdings nicht bei den edlen Wettsportveranstaltungen, in denen die Zuschauer statt der Tiere die Stars sein wollen, sondern in der rauen Welt West Virginias. Der Staat gilt als einer der ärmsten der USA.

Die von der Literaturkritik international wohl am meisten beachtete Neuerscheinung des amerikanischen Buchmarkts, "Freiheit" von Jonathan Franzen, war überraschender Weise gar nicht erst in die Endrunde gekommen. 2001 hatte Franzen den Book Award für "Die Korrekturen" bekommen. Weitere bekannte Preisträger sind unter anderem Philip Roth, Thomas Pynchon und John Updike.

Der National Book Award wird seit 1959 verliehen und gilt neben dem Pulitzer-Preis als die renommierteste Literaturauszeichnung der USA. Er ist mit 10.000 Dollar dotiert.

sha/dpa
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