US-Literaturauszeichnung Susan Choi gewinnt den National Book Award

Ihren Roman "Trust Exercise" schrieb sie befeuert von Wut - der Wut über eine Trennung und über Donald Trump. Nun bekam Susan Choi dafür den National Book Award - den wohl wichtigsten US-Literaturpreis.

Preisträgerin Susan Choi bei der Verleihung der National Book Awards in New York
Greg Allen/ Invision/ AP

Preisträgerin Susan Choi bei der Verleihung der National Book Awards in New York


Der Roman "Trust Exercise", der am Mittwochabend mit dem National Book Award in der Kategorie "Fiction" ausgezeichnet wurde, spielt in den frühen Achtzigerjahren in einer High School mit künstlerischem Schwerpunkt, gelegen in einer US-Vorstadt. Im Mittelpunkt des Coming-of-Age-Romans steht die Liebesbeziehung zwischen den Schülern David und Sarah - und die Rolle ihres Theaterlehrers Mr. Kingsley.

"Trust Exercise" ist der fünfte Roman der Autorin Susan Choi, die 1969 als Tochter eines koreanischen Vaters und einer jüdischen Mutter in South Bend im US-Bundesstaat Indiana zur Welt kam. In einem Interview mit dem "New York Magazine" betonte sie, Wut habe sie beim Schreiben angetrieben - zum einen über die Trennung von ihrem Ehemann nach 13 Jahren, zum anderen über die erfolgreiche Präsidentschaftskandidatur von Donald Trump, insbesondere seine Prahlereien mit sexueller Gewalt am "Access Hollywood"-Set.

Die Jury lobte die "intellektuelle Strenge ihrer postmodernen Methode", die Choi mit einer Geschichte paare, die "zeitgemäß, hypnotisierend und, am Ende, beunruhigend" sei. Bei der Preisverleihung drückte Susan Choi ihre Dankbarkeit aus, nicht nur für den Preis, sondern auch für das Leben als Schriftstellerin, das ihr gezeigt habe, dass das Wort selbst eine Belohnung sein könne.

Die National Book Awards, die neben dem Pulitzerpreis renommiertesten Literaturpreise in den USA, wurden am Mittwoch bei einer Gala in Manhattan zum 70. Mal vergeben. Jurys, bestehend aus Autoren, Kritikern, Buchhändlern und anderen Vertretern des Literaturbetriebs, vergaben die Preise in fünf Kategorien.

Für das beste Buch in der Kategorie "Nonfiction" wurde die Journalistin Sarah M. Broom ausgezeichnet, die in "The Yellow House" anhand des Hauses in New Orleans, in dem sie aufgewachsen ist, die Geschichte ihrer Familie und rund hundert Jahre US-Geschichte nachzeichnet. Broom dankte besonders ihrer Mutter, die zwölf Kinder großgezogen hat.

Mit einem Buch über das Jahr 1919, "The Year that Changed America", konnte der erfahrene Autor Martin W. Sandler den Preis für das beste Buch für junge Leser erlangen. In der "Poetry"-Kategorie wurde Arthur Sze für seinen Band "Sight Lines" ausgezeichnet. Das beste übersetzte Buch war für die Juroren die von Ottilie Mulzet ins Englische übertragene Fassung des Romans des Ungarn László Krasznahorkai, der auf deutsch 2018 unter dem Titel "Baron Wenckheims Rückkehr" bei S. Fischer erschienen ist.

feb/AP

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