National Book Awards Rassismussatire und Malcolm-X-Biografie ausgezeichnet

In den USA sind die National Book Awards virtuell vergeben worden. Unter den Preisträgern: die Rassismussatire »Interior Chinatown«. Die deutsche Nominierte ging leer aus.
Buchcover der Gewinnertitel

Buchcover der Gewinnertitel

Foto: Pantheon / Liveright / AP

Normalerweise beginnt die »Awards Season« der US-amerikanischen Literaturszene mit einer Dinner-Gala im Restaurant Cipriani an der Wall Street: Dann wird der National Book Award verliehen. Wegen der Corona-Pandemie wurde der prestigereiche Buchpreis in der vergangenen Nacht nun zum ersten Mal virtuell vergeben.

In der Kategorie Belletristik gewann Charles Yu mit seinem Roman »Interior Chinatown«. Die Satire, die von den Vorurteilen handelt, mit denen sich asiatischstämmige Schauspieler am Set einer fiktionalen Polizei-Fernsehserie konfrontiert sehen, ist in Form eines Drehbuchs geschrieben.

In der Kategorie Sachbuch wurde das Vater-Tochter-Gespann Tamara und Les Payne für sein Werk »The Dead are Arising. The Life of Malcom X« ausgezeichnet. Die Autorin Don Mee Choi bekam den Preis in der Kategorie Poesie für das Buch »DMZ Colony«, Kacen Callender wurde in der Kategorie Jugendliteratur für »King and the Dragonflies« geehrt.

Die in Hamburg geborene Schriftstellerin Anja Kampmann ist bei der Verleihung leer ausgegangen. Kampmann war in der Kategorie für übersetzte Literatur mit ihrem auf Deutsch 2018 im Carl Hanser Verlag erschienenen Debütroman »Wie hoch die Wasser steigen« nominiert, der Roman war unter dem Titel »High as the Waters Rise« in diesem Jahr übersetzt von Anne Posten in den USA veröffentlicht worden. Sie musste sich bei der Online-Gala in der Nacht zum Donnerstag aber der Japanerin Yu Miri und ihrem Buch »Tokyo Ueno Station« geschlagen geben.

Der National Book Award gilt neben dem Pulitzerpreis als bedeutendste Buchehrung der USA. Der Preis ging unter anderem schon an Autoren wie William Faulkner, John Updike, Thornton Wilder, Don DeLillo, Susan Sontag und Jonathan Franzen.

hpi/dpa/AP
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