Neue Comics Ulf K. - "Sommerurlaub"

Ulf K. ist der Poet der deutschen Comicszene. Neben seinen schwarzhumorigen Miniaturen zeichnet der gebürtige Oberhausener neuerdings auch leise Alltagsgeschichten. Die Episode "Sommerurlaub" entstand exklusiv für SPIEGEL ONLINE.


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Ulf K.: "Sommerurlaub" (3 Bilder)

Der Tod ist eigentlich ein netter Geselle. Er macht nicht viel Aufhebens, redet nicht viel und hilft den Bedürftigen auf die andere Seite. Der knochengesichtige Tod im Frack ist eine der immer wiederkehrenden Figuren in Ulf K.s Comics. Ebenso wie den traurigen Clown oder die sprechende Blume, zwei weitere K.-Figuren, möchte man solche Kreationen am liebsten ins Reich des Kitschs verbannen. Aber man schafft es nicht, eben weil sie von Ulf K. sind.

Zeichner Ulf K. (mit Sohn Ole): Poet am Werk
Ulf K.

Zeichner Ulf K. (mit Sohn Ole): Poet am Werk

Er ist der große Schweigsame unter Deutschlands Comiczeichnern. Jedenfalls in seinen Comics, die mit einem Minimum an Worten auskommen. Und möglicherweise ist er auch der eleganteste Vertreter der heimischen Garde. "Sternennächte", "Mondgucker" oder "Tango de la mort" heißen seine Bücher. Schon die Titel verraten, dass hier ein Poet am Werk ist. Und ein Meister des Minimalen. So kurz wie die Titel seiner Bücher sind oft auch die Comics, die sich dahinter verbergen.

Zwei oder drei Seiten, 10 bis 20 Bilder reichen dem 1969 als Ulf Keyenburg in Oberhausen geborenen Künstler häufig aus für seine Geschichten. Die spielen oft in einer seltsamen, aber doch in sich schlüssigen Welt, in der hilfreiche Handwerker die Sterne am Himmel aufhängen, der Mond über die Straßen spaziert - und der Tod mit Gott in der Brasserie "La Metaphysique" Skat spielt. Düster und morbid sind diese Geschichten, aber auch von einer selbstironischen Gelassenheit. Ulf K., der nach seinem Studium einige Zeit in Paris verbrachte, wäre mit solchen Episoden und ihrer schwarzhumorigen Poesie eher der Wiener Schule zuzuordnen.

Daneben aber gibt es noch einen anderen Ulf K., der neben Comics in den letzten Jahren auch unzählige wunderschöne Bilderbücher und Illustrationen produzierte. Gerade seine jüngeren Werke zeugen von steigendem Interesse für Alltägliches, sind leichter und heller im Tonfall. Die Poesie des Morbiden weicht der Poesie des Alltags. Und es ist dennoch unverkennbar Ulf K.. Für SPIEGEL ONLINE hat der inzwischen in Düsseldorf lebende Künstler exklusiv eine solche Alltagsepisode festgehalten.

Stefan Pannor



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