Die ewigen Nobelpreis-Favoriten Mist! Schon wieder nix!

Dylan, Eco und Oz: Jedes Jahr sind sie wieder im Gespräch. Und jedes Jahr gehen sie wieder leer aus beim wichtigsten Literaturpreis der Welt. Die Dauerbrenner unter den Nobelpreis-Kandidaten.

Bob Dylan: Der Musiker wartet schon seit 15 Jahren auf den Literaturnobelpreis
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Bob Dylan: Der Musiker wartet schon seit 15 Jahren auf den Literaturnobelpreis


Hamburg - Seit Wochen spekulieren Literaturkritiker, Leser und Laien über die Kandidaten für den Literaturnobelpreis, im Netz liefen die Wetten auf den möglichen Preisträger heiß. Mit Alice Munro bekommt jetzt eine Kanadierin die Auszeichnung. Andere gingen mal wieder leer aus. Hier einige der - fast schon - ewigen Kandidaten im Überblick:

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Cees Nooteboom: International bekannt wurde der Autor, Journalist und Literaturkritiker 1980 mit seinem Roman "Ritual". Mit der Novelle "Die folgende Geschichte" erreichte er Anfang der neunziger Jahre eine Weltöffentlichkeit. Den Ehrendoktor und zahlreiche andere Auszeichnungen hat Nooteboom bereits - auf den Nobelpreis für Literatur wartet der Niederländer allerdings noch.


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Joyce Carol Oates: Als die 75-Jährige erstmals zu den Favoriten der schwedischen Akademie gezählt wurde, stand in Berlin noch eine Mauer. 1987 tauchte Oates in dem erlesenen Kreis auf. 2013 ist sie wieder ganz vorne mit dabei - nicht nur in den Wettbüros. Die US-Amerikanerin gilt tatsächlich als schreibbesessen: Sie verfasste Romane, Theaterstücke, Blogs und nutzt sogar Twitter.


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Bob Dylan: Die Ehrendoktorwürde, einen Oscar, einen Golden Globe und Grammys bis zum Abwinken hat er schon: Folk- und Rock-Superstar Dylan kann sich vor Auszeichnungen fast nicht retten - auf den Nobelpreis für Literatur wartet der 72-Jährige aber, seit er vor mehr als 15 Jahren erstmals vorgeschlagen wurde. Der Musiker könnte der erste für Musiktexte ausgezeichnete Träger des berühmtesten Literaturpreises der Welt werden.


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Umberto Eco: "Der Name der Rose" war sein Durchbruch, "Das Foucaultsche Pendel" wurde in alle Weltsprachen übersetzt. Mehr als 30 Ehrendoktorwürden hat der habilitierte Schriftsteller nebst anderen Auszeichnungen bereits. Nur der wichtigste Preis in der Literatur fehlt ihm immer noch.

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Philip Roth: Vor rund einem Jahr gab er seinen Rückzug aus dem Literaturbetrieb bekannt, seither ist der 80-Jährige sozusagen in Rente. Ein kleiner gelber Zettel auf seinem Computer erinnerte Roth daran: "Der Kampf mit dem Schreiben ist vorbei". Der New Yorker ("Der menschliche Makel") hat mit seinem Lebenswerk so ziemlich alles gewonnen, was der Literaturbetrieb an Preisen hergibt. Nur jene Auszeichnung aus Schweden blieb ihm bislang verwehrt - trotz immer wiederkehrender Gerüchte, er bekäme ihn endlich. Und das trotz teilweise vehementer Forderungen vieler Literaturkritiker.


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Amos Oz: Der israelische Schriftsteller hätte nach Ansicht von Günter Grass den Literaturnobelpreis schon längst verdient. Vier Ehrendoktorwürden und etliche andere Auszeichnungen hat er bereits. Für sein Buch "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis" habe der Autor laut Grass die höchste Auszeichnung in der Literatur verdient.


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Thomas Pynchon: Der Mann gilt auch als "Phantom der Literatur". 1992, als der New Yorker zum ersten Mal mit dem Nobelpreis in Verbindung gebracht wurde, rätselten die Medien, ob es Pynchon tatsächlich gibt. Ein Gerücht besagte, dass sein Name ein Pseudonym sei, hinter dem sich J.D. Salinger ("Der Fänger im Roggen") verberge. Andere mutmaßten, dass Pynchon nur wegen seiner extrem vorstehenden Zähne offizielle Auftritte meide. Das Leben des Schriftstellers findet bis heute öffentlich fast nicht statt, dieses Bild stammt aus dem Jahr 1955.

lei/dpa

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insgesamt 3 Beiträge
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dürrjähs 10.10.2013
1. Favoriten
Was heißt hier Favoriten,das ist doch kein Pferderennen u. ob jemand den Preis verdient hat,ist doch subjektiv.Beim Friedensnobelpreis ist es doch viel schlimmer,letztes Jahr die EU-zweitgrößter Waffendealer der Welt,davor,als Vorschusslorbeeren der größte Waffendealer der Welt u. Lügner(Guantanamo)der Herr Obama usw.usw.Diese Preise haben sich doch längst selbst diskreditiert.
portufriese 10.10.2013
2. Natürlich...
... folgen jetzt noch mehr Namen, die seit Jahren Favoriten sind. Dann fang ich mal an: Haruki Murakami Ich lese die Bücher der oben genannten auch ohne Nobelpreis :-)
RobKenius 10.10.2013
3. Bob Dylan
Was Bob Dylan geschrieben hat, ist keine Literatur. Es sind nur Songtexte. Er ist ein Musiker mit einer besonderen Sprachbegabung und hat die Palette der Songtexte zu seiner Zeit beträchtlich erweitert. (Längere Zeilen, schillernde Farben, Spiel mit Bedeutungen) Dass alle Welt in seine Songs etwas hineindeutet, hat ihn selber immer überrascht. Er betrachtet sich auch nicht als das Sprachrohr seiner Generation, das alles ist Über-Interpretation. Literatur ist das nicht und weil es keinen Nobelpreis für das Songschreiben gibt, kann er ihn nicht bekommen, so rätselhaft Dylan auch für viele Bewunderer sein mag. Einen Tip, ihn zu verstehen: Versucht euch vorzustellen, dass er ein großer Star ist, aber kein Egoist. Damit lässt sich sehr viel erklären, aber nicht seine Texte; die sind einfach so daher-geklimpert, ohne böse Absicht.
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