Norwegische Nationalbibliothek 135.000 Bücher kostenlos im Internet

Bücher von Stephen King, Ken Follett und Jo Nesbø sind dabei: Die norwegische Nationalbibliothek stellt 135.000 Werke kostenlos online. Dabei gehen die Autoren und Verleger nicht leer aus.

Die Norweger digitalisieren ihre Bücher: "Erweiterter Zugang"
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Die Norweger digitalisieren ihre Bücher: "Erweiterter Zugang"


Hamburg/Oslo - Norweger können von nun an in einer riesigen Online-Bücherei stöbern: über 135.000 Werke stehen im Internet zum Abruf bereit. Die digitalisierten Werke sind urheberrechtlich geschützt, doch die norwegische Nationalbibliothek hat sich mit Autoren und Verlagen auf eine Vergütung geeinigt, wie die britische Online-Zeitung "The Telegraph" berichtet.

Die Bedingungen für die Teilnahme am Projekt wurde mit der Autoren-Vertretung Kopinor ausgehandelt. Für jede digitalisierte Seite zahlt die Bibliothek den Autoren und Verlagen rund vier Euro-Cent. Außerdem werden nur solche Bücher online gestellt, die vor dem Jahr 2000 veröffentlicht worden sind. Das Angebot können norwegische Nutzer sowie Wissenschaftler im Ausland nutzen. Die Bücher können nicht runtergeladen werden.

Das sei das erste Projekt seiner Art, sagte die Leiterin der norwegischen Nationalbibliothek, Vigdis Moe Skarstein, dem "Telegraph". Noch nie zuvor seien urheberrechtsgeschützte Bücher in Norwegen online zur Verfügung gestellt worden. "Da wir unseren Bestand digitalisieren mussten, um ihn für die nächsten 1000 Jahre zu erhalten, wollten wir gleichzeitig auch den Zugang zu den Werken erweitern", sagte Skarstein.

In der Online-Bibliothek finden sich Beststeller-Autoren wie Stephen King, Ken Follett und Jo Nesbø. Ein Großteil der digitalen Literatur wurde bereits auf bokhylla.no abgerufen.

cmh



insgesamt 3 Beiträge
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Katzebextra 17.01.2014
1. Zukunftweisend
oder ist es noch zeitgemäß für 100 Millionen einen Betonwürfel, genannt Bibliothek, in die Stadtmitte zu stellen und langfristig nicht genügend Geld für deren Erhalt zur Verfügung zu haben?
karlsiegfried 17.01.2014
2. Bücher im Internet sind wertvoller, ...
...als die unvollendete Hamburger Philharmonie, der unvollendete Stuttgart 21 und der unvollendete Flughafen Berlin, zusammen. Sie kosten erheblich weniger und ihre Nutzenstiftung ist erheblich höher. Wird in Deutschland, dem Exportweltmeister wohl nie möglich sein. Dafür fehlt es an Geld, an Verstand und fähigen Politikern.
schattenplateau 18.01.2014
3. Wertvoller Beitrag für die Rettung unseres kulturellen Erbes
Schöner Vorstoß. Was viele Menschen nicht sehen: Im Bereich der Urheberrechte gibt es ein großes Problem: Den unwiederbringlichen Verlust unseres kulturellen Erbes durch künstliche Verknappung. Werke werden im Verlaufe der Zeit vergriffen; das heißt, dass man keine weiteren Exemplare von ihnen neukaufen kann. Werke geraten in Vergessenheit, so dass sie vielleicht noch da sind, aber unbekannt ist, wer der Urheber ist. Insbesondere in solchen Fällen bietet es sich an, die knappen Werke zu digitalisieren und somit bis in alle Ewigkeit für alle Menschen auf der Welt unerschöpflich frei zugänglich zu machen; dieser Schritt erscheint uns heutzutage in Zeiten des Digitalen Wandels als das natürlichste der Welt. Das Problem ist, dass die Rechteverwerter genau das Gegenteil wollen und dafür massiv Lobbyismus betreiben; und das gerade in Deutschland sehr erfolgreich. Und wenn - so wie jetzt - die Gesetzeslage solche Handlungen nicht 100%ig klar als legal ausweist oder man keine ausdrückliche Erlaubnis zum Digitalisieren erhält - etwa weil der Urheber unbekannt ist - dann traut sich auch keine Bibliothek an diese unglaublich wichtigen Rettungsaktionen für unser kulturelles Erbe ran. Wenn man im Falle der vergriffenen und verwaisten Werke nicht digitalisiert wird, nagt an ihnen der Zahn der Zeit. Seiten vergilben und zerfallen, eine Audio-CD oxidiert, Gleiches gilt für DVDs, etc. - so verlieren wir unser kulturelles Erbe aufgrund eines Urheberrechts, das schon längst nicht mehr das ist, als was es ursprünglich gedacht war - als Kulturimpuls - sondern Waffe ist. Aber glücklicherweise besteht jetzt gerade ein sehr wertvolles Möglichkeitenfenster, um etwas daran zu ändern: Gegenwärtig läuft nämlich eine Umfrage der EU-Kommission, wo gefragt wird, wie sie denn die EU-Urheberrechtsreform genau ausgestalten soll - das ist also quasi die Grundlage für die Handlungen der EU-Kommission beim Urheberrecht ! Hier ist der Link zur Umfrage: http://youcan.fixcopyright.eu/de/ - wenn man sehr wenig Zeit hat, kann man auch über eine weitere, prozessvereinfachende Webseite mitmachen; der Zeitaufwand beträgt dann nur 15 Minuten, wenn man sich kurz fasst: http://copywrongs.eu/de/ JEDER ist gefragt und gerade wir aus der Zivilgesellschaft sollten uns hieran beteiligen, wo doch die bezahlten Industrie-Lobbyisten definitiv mitmachen werden und hoffen, dass sie nicht von der Bevölkerung überstimmt werden !
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