Popgeschichte Lesen, bis der Arzt kommt

Wer hört, wird auch lesen: Nach dieser Diagnose präsentiert der Berliner Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf punktgenau zur Buchmesse die gedruckte Geschichte der Pop-Band "Die Ärzte".


Eine Pille, die von den Fans bereitwillig geschluckt wird: Das Buch "Die Ärzte. Ein überdimensionales Meerschweinchen frisst die Erde auf", rangiert drei Wochen nach Erscheinen auf Rang 19 der Spiegel-Bestseller Liste. Am Messestand in Frankfurt (Halle 4.1, Stand D123) herrscht ein Trubel, wie ihn sonst nur die Verlage mit großem Namen aufzuweisen haben.

Ein teures Placebo für die Schar der Patienten, die ihren Idolen seit Anfang der 80er-Jahre die Treue hält: 98 Mark müssen sie für das Buch hinblättern. Autor Markus Karg verordnet dem Leser auf 480 Seiten eine Rezeptur aus Postern, Briefen, Fotos, Faxen und peniblen Mitschriften von Konzertansagen. In der Szene gilt Karg als eingefleischter Experte: Der Leiter des offiziellen Ärzte-Fanclubs verfolgt die Geschichte des Trios seit Jahren. Antworten auf das Erfolgsgeheimnis der "Ärzte", die von rebellischen Punks zu puren Spaßmachern mit Bierzelt-Gassenhauern mutierten, liefert er nicht. Ihm reicht die Anekdote.

Schwarzkopf & Schwarzkopf will mit dem Bestseller nicht nur in der eigenen Verlagsgeschichte Meilensteine setzen. "Über eine deutsche Band hat es ein derartiges Buch noch nicht gegeben."



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