Potter-News Bombendrohung und Kirchenstreit

Pakistan: Polizei entschärft Bombe vor Potter-Verkaufsstelle

Vor einer Verkaufsstelle des neuen "Harry Potter"-Romans in Karatschi ist nach Polizeiangaben ein Autobombenanschlag vereitelt worden. Die Polizei habe einen anonymen Anruf mit einem Hinweis auf die Bombe erhalten und sie entschärft, sagte der Chef der Kriminalpolizei in der pakistanischen Wirtschaftsmetropole, Manzoor Mughal.

Die zehn Kilo schwere Bombe war demnach in einem gestohlenen Fahrzeug versteckt, das auf dem Parkplatz vor einem der größten Einkaufszentren der Stadt abgestellt war. Es sei "sehr wahrscheinlich", dass die Tat mit dem Verkaufsstart des neuen "Harry Potter"-Bandes zusammenhänge, sagte Mughal. Die Bombe hätte dem Polizeichef zufolge zahlreiche Menschen in den Tod reißen können.


Malaysia: Preiskampf stoppt Potter-Verkauf

Enttäuschung für Potter-Fans in Malaysia: Große Buchläden haben aus Protest gegen Billigkonkurrenz den siebten und letzten Band der Saga aus den Regalen genommen. Internationale Supermarkt-Ketten hatten das Werk in einem Preiskampf deutlich billiger angeboten. Viele Fans wurden von der Entscheidung überrascht - und fürchteten, jetzt zu spät dran zu sein, um noch ein Exemplar bei einem der Billiganbieter zu bekommen.


Mexiko: Oberster Exorzist nennt Potter schädlich

Der Exorzismus-Koordinator der katholischen Kirche in der Erzdiözese Mexiko-Stadt hat die "Harry Potter"-Bücher als schädlich für Kinder bezeichnet. Die Geschichten von Zauberei könnten dem Teufel den Weg in die Seelen junger Menschen öffnen, sagte der Priester Pedro Mendoza zum Abschluss einer Exorzismus-Konferenz am Freitag in der mexikanischen Hauptstadt. "Wenn man alle diese Ideen in den Kopf von Kindern steckt, dass man ein Zauberer werden kann, das Kind glaubt das und das öffnet dem Teufel einen Weg, über den er eintreten kann", sagte Mendoza. Er sagte, die Buchserie interessiere die Kirche nicht. "Aber leider richtet sie viel Schaden an."


Deutschland: Religionsforscher greift Kirche an

Der Religionsforscher Magnus Striet hat der katholischen Kirche angesichts des neu entfachten Streits um die "Harry Potter"-Bücher ein prekäres Verhältnis zur Moderne vorgeworfen. Er könne der Auffassung des Papstes Benedikt XVI. nicht folgen, die Bücher seien antichristlich, sagte Striet, Professor für Fundamentaltheologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, im Deutschlandradio Kultur. Vielmehr werde mit literarischen Möglichkeiten versucht, darzustellen, was Freundschaft, Liebe, Humanismus und Verpflichtung gegenüber dem Guten und anderen Menschen seien. "Es zeigt sich an dieser Stelle leider wieder einmal eine Berührungsangst mit der modern gewordenen Welt und ihren Vielfältigkeiten."

Die Kirche sehe das Problem darin, dass in den Büchern eine Welt aufgebaut werde, in der das Böse personifiziert werde, in der aber kein Gott mehr existiere, der eingreife. Der Mensch existiere selbst in diesem Bösen. "Vielleicht hat man deshalb Angst vor dieser Welt", sagte Striet.

In den Büchern könne Harry das Böse überwinden, weil er die Liebe seiner Mutter in sich spüre. So werde der Glaube transformiert, dass Gott selbst und nicht der Mensch das Böse besiegen könne. "Allerdings muss man auch sagen, dass es ein genuin christliches Motiv ist, dass der Mensch - bestimmt von einer Liebe - in die Lage versetzt wird, Gutes zu tun", betonte der Religionsforscher. Dies sei bei Harry Potter auch so.


Australien: Fan springt Vorbestellzettel in Eiswasser hinterher

In Canberra landete ein treuer Potter-Fan kurz vor der Buchveröffentlichung mit Unterkühlung im Krankenhaus. Dem 21-Jährigen war die Vorbestellungs-Quittung in den eiskalten Burley-Griffin-See gefallen, berichteten Medien. Er sprang hinterher - an einem der kältesten Tage des australischen Winters. Besorgte Augenzeugen alarmierten Retter. Der junge Mann wurde ins Krankenhaus gebracht. Zur schnelleren Genesung überredete das Personal die Buchhandlung, dem Mann auch ohne Quittung ein Exemplar zu schicken - direkt ins Krankenhaus.

plö/AFP/AP/dpa

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