Preis der Leipziger Buchmesse Drei von 700

700 Neuerscheinungen, drei Kategorien, jeweils fünf Favoriten: Die Jury des Leipziger Buchmessenpreises hat ihre Auswahl getroffen - und mit der Nominierung von Debütanten und Jungtalenten ein Zeichen gesetzt.

Berlin - Nach der Premiere im vergangenen Jahr wird im März zum zweiten Mal der Preis der Leipziger Buchmesse verliehen. Über 700 Neuerscheinungen des Frühjahrs musste die Jury sichten, um in drei Kategorien ihre jeweils fünf Favoriten zu nominieren, wie der Juryvorsitzende Martin Lüdke heute in Berlin sagte. Neben dem Literaturwissenschaftler und Moderator ("Literatur im Foyer") gehören der Jury prominente Kritikerinnen wie Sigrid Löffler und Franziska Augstein an. Die Gewinner des mit jeweils 15.000 Euro dotierten Preises in den drei Kategorien Belletristik, Sachbuch und Übersetzung werden am 16. März bekannt gegeben.

In der Rubrik Belletristik sind die Romane "Warum du mich verlassen hast" von Paul Ingendaay, "Kaiserstraße" von Judith Kuckart, "Am Seil" von Thomas Lang, "Als wir träumten" von Clemens Meyer und "Der Weltensammler" von Illja Trojanow nominiert. "Wir haben uns durchweg für jüngere Autoren und auch für Debütanten entschieden", sagte Löffler.

Im vergangenen Jahr hatte die Autorin Terezia Mora für ihren Roman "Alle Tage" den Kritiker-Literaturpreis in Leipzig erhalten. Für die Autoren seien solche Auszeichnungen "von existenzieller Bedeutung", erklärte die 1971 in Ungarn geborene Autorin. Sie sicherten, "dass man wieder Luft hat für ein nächstes Buch."

Jurypräsident Lüdke betonte, die Generation der alten Schriftsteller spiele derzeit kaum eine Rolle. Immer mehr junge Autoren setzten sich in Deutschland durch. "Es gibt eine Zäsur in der Gegenwartsliteratur", sagte Lüdke. Für junge Autoren lägen die Probleme, über die sie schreiben, nicht in der Vergangenheit, sondern in der Zukunft.

In der Kategorie Sachbuch/Essayistik wurden "Die Intrige. Theorie und Praxis der Hinterlist" von Peter von Matt, "Deutsche Architektur seit 1900" von Wolfgang Pehnt, "Die Zauberflöte. Oper und Mysterium" von Jan Assmann, "Schwere Vorwürfe, schmutzige Wäsche" von Franz Schuh und "Moses Vermächtnis. Über göttliche und menschliche Gesetze" von Friedrich Wilhelm Graf nominiert.

Gleichgestellt mit den Autoren sind die fünf Übersetzer, die ebenfalls um einen Preis konkurrieren: Peter Urban für "Moskau - Petuski" von Venedikt Erofeev, Thomas Melle für "Huren für Gloria" von William T. Vollman, Agnes Relle für "Die Ruhe" von Attila Bartis, Ragni Maria Gschwend für "Aufbrüche" von Antonio Moresco und Ines Koebel für "Ricardo Reis. Poesie".

Zur Leipziger Buchmesse vom 16. bis 19. März werden rund 2100 Aussteller aus 33 Ländern erwartet. Schwerpunkte sind Slowenien, die Ukraine und Ungarn.

Angelika Rausch, ddp

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