Preiswürdig Doris Lessings wichtigste Werke

Rund 50 Romane hat Nobelpreisträgerin Doris Lessing bislang geschrieben. Ihr umfangreiches Œuvre hat viele Facetten: Kommunismus, Feminismus, die autobiografische Verarbeitung ihrer Zeit in Afrika - die wichtigsten Werke im Überblick.


"Afrikanische Tragödie" (1950)
Der Roman, der die verbotene Beziehung zwischen einer weißen Farmerfrau und einem schwarzen Dienstboten in Südafrika schildert, etablierte Lessing auf dem englischen und amerikanischen Buchmarkt. Der Roman wird von einigen Kritikern zur kommunistischen Phase Lessings gezählt, in der sie radikale Gedanken über soziale Themen in ihre Werke einarbeitete (1944-56).

Martha Quest (1952)
Ein Buch aus der fünfteiligen Serie "Kinder der Gewalt" (bis 1969), in dem Lessing der Lebensweg der Heldin Martha Quest beschreibt und das Bewusstsein eines Individuums in der Gesellschaft analysiert. Die moralischen und psychologischen Aspekte, mit denen sich das Buch beschäftigt, bestimmen in unregelmäßigen Abständen immer wieder das Werk der Schriftstellerin.

"Das goldene Notizbuch" (1962) Gilt alsdas Kultbuch der Frauenbewegung, obwohl sich Lessing selbst mehrmals vom radikalen Feminismus distanzierte. Die Geschichte zweier unabhängiger, politisch engagierter Frauen trägt zum Teil autobiographische Züge.

"Die Memoiren einer Überlebenden" (1974) Düstere Vision einer von Chaos und Anarchie regierten Welt, Beginn einer eher surrealistischen Phase in Lessings Schaffen.

Canopus in Argos: Die Archive (1979-1982)
Fünfteiliger Bücherzyklus und Lessings endgültiger Ausflug ins Mythische, Visionäre und Sureale: Die Autorin selbst nannte diesen Stil "inner space fiction", wollte den menschlichen "Weltinnenraum" darstellen. Von einigen Kritikern wurde "Canopus in Argos: Die Archive" als Werk aus der "sufistischen" Phase Lessings bezeichnet. Lessing selbst bezeichnete die Romane einmal als ihre wichtigsten Werke.

"Das Tagebuch der Jane Somers" (1983) Auftakt zu einer Bücherreihe, die Lessing unter dem Pseudonym Jane Somers veröffentlichte - und damit zum realistischen Stil zurückkehrte. Das Buch erzählt die Geschichte einer Karrierefrau, die durch die Bekanntschaft mit einer sehr viel älteren Frau einen neuen Blick auf ihr eigenes Leben bekommt. Die Geschichte wurde von vielen Literaturexperten wegen ihrer pathetischen Darstellung kritisiert.

"Das fünfte Kind" (1988)
Eine bewegende Geschichte einer Familie, die mit der Geburt des fünften Kindes an ihre Grenzen stößt. Lessing griff den Erzählstrang im Jahre 2000 in ihrem Buch "Ben in der Welt" wieder auf.

"Unter der Haut: Autobiographie 1919-1949" (1994); "Schritte im Schatten: Autobiographie 1949-1962" (1997)
Für ihre beiden Autobiographien heimste Lessing viel Lob ein. Nach Erscheinen des zweiten Bandes kündigte sie an, keinen dritten Band mehr zu schreiben.

"Die Kluft" (2007)
Lessings neustes Buch spielt zur Zeit Neros und brachte ihr bereits eine Nominierung für den Man Broker Preis ein

acl/dpa



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