Literaturpreis Jean-Paul Dubois erhält den Prix Goncourt

Es ist die wichtigste literarische Auszeichnung Frankreichs: Der Prix Goncourt geht an den 69-jährigen Romanautor Jean-Paul Dubois. Er setzte sich gegen eine auch in Deutschland viel gelesene Belgierin durch.

Preisträger Jean-Paul Dubois (Archivbild)
Rémy Gabalda/ AFP

Preisträger Jean-Paul Dubois (Archivbild)


"Es war, als hätte ich die Tour de France gewonnen", beschrieb der Träger des Prix Goncourt 2018, Nicolas Mathieu, im SPIEGEL-Interview die Reaktion in seiner Heimatregion Lothringen. 2019 darf nun in Toulouse gejubelt werden, wo Jean-Paul Dubois 1950 geboren wurde und wo der Schriftsteller inzwischen auch wieder lebt. Denn Dubois erhält den Prix Goncourt für seinen Roman "Tous les hommes n'habitent pas le monde de la même façon" (etwa: Die Menschen bewohnen die Erde auf unterschiedliche Weise)..

Dubois, der Soziologie studiert hat, arbeitete mehrere Jahre als Sportreporter bei verschiedenen Tageszeitungen. Er hat zahlreiche Romane veröffentlicht, der bisher bekannteste ist wohl "Une vie française" (dt. "Ein französisches Leben", 2005), der mit dem renommierten Prix Femina ausgezeichnet wurde. Auf Deutsch erschien zuletzt "Der Fall Sneijder" (dtv, 2014), auch sein autobiografischer Erfahrungsbericht "Heute wird das nix! Mein Jahr mit Handwerkern" (rororo, 2010) wurde übersetzt.

Für "Tous les hommes n'habitent pas le monde de la même façon" stimmten in der finalen Abstimmung, die traditionell im Pariser Restaurant Drouant abgehalten wurde, sechs der Akademiemitglieder. Vier Stimmen gingen an die auch in Deutschland seit Jahren erfolgreiche belgische Autorin Amélie Nothomb, die mit ihrem Roman "Soif" nominiert war.

Im nun ausgezeichneten Roman erzählt Paul Hansen, ein Pfarrersohn, der in einem Gefängnis in Montreal festsitzt, in tragikomischem Ton aus seinem bewegten Leben. Jean-Paul Dubois war bereits 2016 mit seinem vorigen Roman, "La succession", in der engeren Auswahl der Goncourt-Jury gewesen.

Als Goncourt-Preisträger kann Dubois nun mit einem Verkaufserfolg rechnen; er reiht sich in eine traditionsreiche Siegerliste ein, die seit 1903 geführt wird. Genau vor 100 Jahren wurde Marcel Proust ausgezeichnet. 2018 ging der Preis an Nicolas Mathieu, 2017 an Éric Vuillard und 2016 an Leïla Slimani.

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