Prominente klagen Gerichte stoppen Bohlens Buch

Nach einer Einstweiligen Verfügung der Landgerichte in Berlin und Hamburg ist der Vertrieb von Bohlens neuem Buch "Hinter den Kulissen" vorerst gestoppt worden. 200.000 Exemplare sind allerdings schon ausgeliefert.

Berlin/München - Wie Rainer Dresen, der Justitiar des Verlags Random House, am Donnerstag in München erklärte, wurden vor dem Hamburger Gericht entsprechende Einstweilige Verfügungen von Eva Herman, Jenny Elvers und Jens Riewa erwirkt. Sie seien dem Verlag am Nachmittag zugegangen. In Berlin erwirkte Thomas Anders Einstweilige Verfügungen gegen das Buch, wie seine Managerin mitteilte.

Alle Vertriebsmaßnahmen seien sofort gestoppt worden, sagte Dresen. Allerdings sei die erste Auflage in Höhe von mehr als 200.000 Exemplaren bereits ausgeliefert worden. Das Buch mit dem Titel "Hinter den Kulissen" ist offiziell vom 4. Oktober an im Handel erhältlich und liegt vielen Buchhandlungen schon vor.

Dresen sagte, er wisse nicht, ob auch eine Einstweilige Verfügung an den Handel gegangen sei, die den Verkauf untersage. Der Verlag jedenfalls habe sofort reagiert, das Buch von der Internet-Seite genommen und auch den Versand von Rezensionsexemplaren gestoppt. Die Einstweiligen Verfügungen würden nun sorgfältig geprüft, die zweite Auflage werde entsprechend angepasst.

Man werde aber die Einstweiligen Verfügungen vor Gericht angreifen, damit die entsprechenden Passagen in die dritte Auflage wieder aufgenommen würden. Die Gerichtsverhandlung finde vermutlich in der kommenden Woche statt.

Kritik auch vom Börsenverein

Die von Anders erwirkte Einstweilige Verfügung sei beim Verlag noch nicht eingegangen, erklärte Dresen. Allerdings habe es bereits Abmahnungen - die Vorstufe einer Einstweiligen Verfügung - gegeben.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels erwägt gerichtliche Schritte gegen den Bertelsmann-Club, der das neue Dieter-Bohlen-Buch parallel zur Einführung im Buchhandel unter dem gebundenen Ladenpreis verkaufen will. Dies sei ein Verstoß gegen die Buchpreisbindung, erklärte der Vorsitzende des Sortimenter-Ausschusses des Börsenvereins, Rudolph Braun-Elwert, am Donnerstag in Frankfurt. Man werde deswegen im Interesse der Buchhändler alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen.

"Den Kunden ist nicht mehr zu vermitteln, warum Bücher im Buchhandel teurer sein sollen als im Buchclub", sagte Oliver Schlimm, Anwalt in der Rechtsabteilung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Der Börsenverein ist der Ansicht, dass zwischen verbilligter Club- und der Originalausgabe mindestens ein halbes Jahr liegen müsse. Der Club Bertelsmann wies die Vorwürfe zurück und erklärte, Parallelausgaben seien erlaubt.

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