Fotostrecke

Jennifer Egan: Rock'n'Roll ist tot, Twitter lebt

Foto: Corbis

Twitter-Projekt mit Jennifer Egan Dank oder Durchfall? Das sagen die Leser...

Alles nur "Wortdurchfall"? Oder jeder Tweet "messerscharf"? SPIEGEL ONLINE hat die letzten zwei Wochen das komplette neue Werk von Pulitzer-Preisträgerin Jennifer Egan über Twitter veröffentlicht. Am Ende des Experiments mit "Black Box" bringen wir die schönsten Leserreaktionen. Und die schärfsten.

Hat da etwa jemand den Rezensions-Account von SPIEGEL ONLINE gehackt? So fragte - halb besorgt, halb ironisch - ein Leser. Auch dies war eine Reaktion auf unser Literaturexperiment: Zwei Wochen lang sendeten wir zwischen 20.00 und 21.00 Uhr den kompletten neuen Roman von Jennifer Egan - "Black Box", eine Agentinnen-Story, verfasst in 140-Zeichen-Meldungen (Lesen Sie hier bitte die ausführliche Rezension des Romans). Diesen Freitag twittern wir nun die letzten Abschnitte.

Würde sich die Spannung des Werkes, das parallel zur Twitter-Veröffentlichung bei Schöffling & Co. in Buchform erschienen ist, eher steigern in der Tweet-Taktung? Oder würde die Erzählung in sich zusammenfallen? Und wie würden unsere Leser und andere Medien auf das Experiment reagieren? Viele Redaktionen - von 3sat bis Deutschlandradio - nahmen Egans über SPIEGEL ONLINE verschickten Tweet-Thriller zum Anlass, sich Gedanken über Twitter als neue Literaturform zu machen. Die Reaktionen unserer Leser aber waren gemischt: von genervt über interessiert bis begeistert.

"Ja sagt mal, was habt Ihr denn für ein feines Plaudertäschchen gefressen? :)", twitterte uns zum Beispiel Leser lukkelie . Kamarazi lobt indes den besonderen Stil von Jennifer Egan: "Viel Input, trotz Lakonie . Bin gespannt, wie sich im Düsteren der BB alles zu einem Faden spinnt und was am Ende bleibt." Und AGunsilius schreibt begeistert : "Es funktioniert;-) Klasse! Hat Spass gemacht. Jeder tweet ist messerscharf. Danke an Euch!"

Nicht jede Reaktion war so positiv. Im Gegenteil. Erschüttert äußerte sich zum Beispiel udoland: "Hat da jemand Wort-Durchfall? ". Leser evilteacher greift gar den Duktus der Autorin für seine Kritik auf: " Einige werden vor Langeweile sterben... ". Und auch Angela Richter wollte dem Literaturversuch nicht bis zum Ende folgen: "Zu uninteressant um die TM damit vollzuspammen . #Sorry #AuRevoir."

Eine Leserin namens Frau Rettich schien dagegen einfach nur verstört zu sein: "Hier! @SPIEGEL_Rezens versucht, mich zu hypnotisieren! Ist das denn erlaubt ?" Das Fazit der ganzen Literatur-Twitterei lautet also: Experiment gelungen, Leser entzweit. Oder eben verwirrt.


SPIEGEL ONLINE sendet am Freitagabend von 20.00 bis 21.00 Uhr die letzten Tweets zu Jennifer Egans Roman "Black Box" über den Twitter-Account für Rezensionen: @SPIEGEL_Rezens 

cbu
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.