Überraschender Wechsel in der Buchbranche Verlegerin Siv Bublitz verlässt S. Fischer

»Unterschiedliche Auffassungen über die weitere Entwicklung«: Siv Bublitz wird als Leiterin der S. Fischer Verlage abgelöst. Unter ihr musste Monika Maron den Traditionsverlag verlassen. Neuer Chef wird ein Rückkehrer.
Scheidende Verlegerin Bublitz: Holtzbrinck-Buchverlage-Chef dankt für »exzellente Arbeit«

Scheidende Verlegerin Bublitz: Holtzbrinck-Buchverlage-Chef dankt für »exzellente Arbeit«

Foto: Kai Bublitz / S. Fischer Verlage

Das Fachmagazin »Buchreport« spricht von einem »Paukenschlag« : Die Verlegerin der S. Fischer Verlage, Siv Bublitz, verlässt zum Ende des Monats das Frankfurter Traditionshaus – »im besten gegenseitigen Einvernehmen«, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Neuer verlegerischer Geschäftsführer bei S. Fischer und den beiden Imprints Krüger und Scherz wird vom 1. Oktober an Oliver Vogel. Vogel war erst im November 2021 zur Literaturagentur Graf & Graf gewechselt. Zuvor war er nach Stationen bei Suhrkamp und dem Verlag der Autoren bereits von 1999 bis 2021 bei S. Fischer tätig, zuletzt in der Funktion des Programmleiters für die deutschsprachige Literatur und als Leiter von S. Fischer Berlin.

Der 1886 von Samuel Fischer gegründete Verlag gehört schon seit 1962 zur Holtzbrinck-Gruppe. In Deutschland zählen neben S. Fischer auch Rowohlt, Kiepenheuer & Witsch oder Droemer Knaur zu den großen Häusern der Holtzbrinck Buchverlage.

Alexander Lorbeer, CEO der Holtzbrinck Buchverlage, begrüßte Oliver Vogel als einen Verleger, der mit Leidenschaft das Programm gestalte und Bücher mache. »Zugleich ist er wie kein anderer mit den Schätzen, den ausgezeichneten Autor*innen und den Chancen von S. Fischer bestens vertraut«, so Lorbeer.

Der scheidenden Verlegerin Siv Bublitz dankte Lorbeer »für ihre exzellente Arbeit in den vergangenen fünf Jahren«. Sie habe die S. Fischer Verlage sehr erfolgreich durch schwierige Zeiten geführt. Lorbeer verwies auf viele Auszeichnungen und Preise und wirtschaftlichen Erfolg des Verlags.

In die Schlagzeilen geraten war Bublitz, die ansonsten nicht sehr in die Öffentlichkeit strebte, als die Schriftstellerin Monika Maron nach 40 Jahren von S. Fischer zu Hoffmann & Campe wechselte. Ein Aufsatzband war noch angekündigt worden, erschien aber nicht mehr bei Fischer.

Anlass für die Trennung war – nach längerer Entfremdung – ein Buch, das Maron in einer kleinen Dresdner Buchreihe namens »Exil« veröffentlicht hatte, eine Unternehmung der Buchhändlerin Susanne Dagen, die sich im Dunstkreis des rechtsradikalen Verlegers Götz Kubitschek bewegt. Marons Verbindung zu Susanne Dagen sei für S. Fischer nicht akzeptabel, betonte Bublitz seinerzeit. Dagen sei Teil eines Netzwerks, das »wir für gefährlich halten«.

Zu den erfolgreichsten Büchern, die zuletzt bei S. Fischer erschienen, zählten Werke von Kerstin Gier, Judith Hermann, Florian Illies, Klaus-Peter Wolf und Laetitia Colombani.

feb
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