Präsident des Literaturnobelpreiskomitees Schriftsteller Kjell Espmark ist tot

Als Präsident des Komitees für den Literaturnobelpreis entschied Kjell Espmark lang über höchste Ehren. Als Autor war der Schwede selbst bis kurz vor seinem Tod tätig. Espmark starb mit 92 Jahren in Stockholm.
Kjell Espmark 2019 beim Königlichen Abendessen zu Ehren der Nobelpreisträger

Kjell Espmark 2019 beim Königlichen Abendessen zu Ehren der Nobelpreisträger

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Robert Eklund / ddp/Stella Pictures

Der schwedische Schriftsteller Kjell Espmark ist einem Medienbericht zufolge am Sonntag im Alter von 92 Jahren gestorben. Das habe seine Familie der Zeitung »Dagens Nyheter« bestätigt, hieß es in deren Online-Ausgabe. Neben seiner Karriere als Autor war Espmark auch akademisch tätig und unterrichtete von 1978 bis 1995 Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Stockholm.

Von 1987 bis 2004 stand er zudem als Präsident dem Komitee vor, das für die Vergabe des Literaturnobelpreises zuständig ist. Im Zusammenhang mit der Krise der Akademie im Jahr 2018 hatte er seinen Rückzug angekündigt, kehrte dann aber 2019 wieder in das Gremium zurück.

Der Skandal in der Schwedischen Akademie hatte sich um Vorwürfe gegen den Regisseur Jean-Claude Arnault gedreht, den Ehemann des damaligen Akademiemitglieds Katarina Frostenson. Arnault, so lautete damals einer der Vorwürfe, sei gegenüber Frauen sexuell übergriffig geworden. Anfang Dezember 2018 bestätigte ein Stockholmer Berufungsgericht das Urteil der ersten Instanz, das Arnault wegen Vergewaltigung zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt hatte. Der Skandal hatte für mehrere Rücktritte innerhalb der Akademie gesorgt und letztlich auch dafür, dass 2018 kein Literaturnobelpreis vergeben wurde.

Espmark wurde 1930 in Strömsund geboren. Seinen ersten Gedichtband »Mordet på Benjamin« veröffentlichte er 1956, erste Romane folgten schließlich in den Achtzigerjahren. Er habe sein Leben lang geschrieben, berichtete »Dagens Nyheter«. So sei erst 2021 die Essaysammlung »Återliv« erschienen. Espmark selbst habe gesagt, dass er den Büchern, die er nach 70 schrieb, die größte Bedeutung beimesse, so die Zeitung.

hpi/dpa
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