Siegfried Lenz Neuer Roman wider das Fräuleinwunder

Siegfried Lenz schreibt wieder. Sein neuer Roman "Fundbüro" um einen jungen Sachbearbeiter im Kampf gegen Bürokratie und um Liebe soll im August erscheinen.


Neuer Roman von Siegfried Lenz: "Fundbüro" soll im August erscheinen
AP

Neuer Roman von Siegfried Lenz: "Fundbüro" soll im August erscheinen

Hamburg - Das neue Werk des Autors von "Deutschstunde" wird nach Angaben des Verlags Hoffmann und Campe mit einer hohen Startauflage von bis zu 100.000 Exemplaren in den Handel kommen. "Ich erwarte viel, nachdem der Hype Fräuleinwunder in der deutschen Literatur auf Normalmaß gestutzt worden ist und wieder klassische Erzähler gefragt sind", sagte Verlags-Programmleiter Rainer Moritz.

Auf 280 Seiten schildert Lenz den Büroalltag seines 24-jährigen Protagonisten, der ohne die alterstypische Karrieregeilheit seines Amtes waltet. Die verschiedensten Menschen mit den verschiedensten Geschichten lässt der Gerhart-Hauptmann-Preisträger auf der Suche nach Verlorenem aufmarschieren. Und auch die unvermeidliche Liebesgeschichte, die zwischen dem Helden des Romans und einer Kollegin entspinnt, produziert Absurditäten. Da sitzt etwa das Liebespaar im Kino und der betrogene Ehemann, seines Zeichens Synchronsprecher, wird durch seine Stimme im Film zum allgegenwärtigen schlechten Gewissen.

Das Sammelsurium von Anekdoten spielt sich vor dem Hintergrund von Fremdenfeindlichkeit und ökonomischem Rationalisierungsdruck ab: Ein russischer Mathematiker wird von einer deutschen Motorradgang drangsaliert, bis er resigniert in seine Heimat zurückkehrt. Die Controller der Deutschen Bundesbahn suchen nach Möglichkeiten, Arbeitsplätze einzusparen, und werden im Fundbüro fündig. Dem 24-jährigen Verlust-Verwalter helfen diese Erfahrungen ein Stück weit, sich selbst zu finden.



© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.