US-Verlag Kauf von Simon & Schuster durch Bertelsmann-Tochter offenbar vor dem Aus

Sogar Stephen King hatte sich wegen des Milliardendeals zu Wort gemeldet: Die Übernahme des Verlags Simon & Schuster durch Penguin Random House ist offenbar vom Tisch. Gehakt hatte es beim Kartellrecht.
Buch des Verlags Simon & Schuster

Buch des Verlags Simon & Schuster

Foto: Jenny Kane / AP

Zuletzt hatten sich die Gerichte und ein höchst prominenter Autor eingemischt – nun will der US-Buchverlag Simon & Schuster Insidern zufolge den milliardenschweren Verkauf an die Bertelsmann-Tochter Penguin Random House platzen lassen.

Penguin habe Simon & Schuster nicht davon überzeugen können, gegen ein Urteil eines US-Bundesgerichts wegen kartellrechtlicher Bedenken Berufung einzulegen und den Deal vor Ablauf der Frist am Montag zu verlängern, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag. Die Übernahme des zu Paramount gehörenden Verlags war am 1. November von einem US-Bundesgericht blockiert worden.

Der 2,2 Milliarden Dollar schwere Deal hätte den Wettbewerb »auf dem Markt für die US-Veröffentlichungsrechte an den meistverkauften Büchern« erheblich einschränken können, hatte Richterin Florence Pan vom US-Bezirksgericht im Distrikt Columbia in ihrer Verfügung ausgeführt.

Im Gegensatz zu den meisten Wettbewerbsstreitigkeiten, bei denen es um die Kosten für die Verbraucher geht, ging es in diesem Fall um die Einnahmen der Autorinnen und Autoren. Die US-Regierung argumentierte bei ihrer Klageeinreichung, dass der Kauf verhindert werden müsse, weil er zu weniger Wettbewerb bei Bestsellern und geringeren Vorschüssen für Autorinnen und Autoren führen würde.

Ein anderer Käufer scheint schon bereit

Erfolgsautor Stephen King, der sich im Vorfeld unter anderem vor Gericht gegen die Übernahme ausgesprochen hatte, bezeichnete die Entscheidung des Gerichts Anfang November als »hocherfreulich«. Bei der angedachten Übernahme sei es nie um Leserinnen und Leser oder die Autorinnen und Autorinnen gegangen – sondern »immer nur um Geld«.

Das Scheitern des Deals öffnet die Tür für einen neuen Käufer. HarperCollins, das zu News Corp gehört, und die Hachette Book Group von Lagardere haben bereits öffentlich ihr Interesse am Kauf von Simon & Schuster bekundet. HarperCollins hatte sich bereits 2020 erfolglos um den Verlag von Schriftstellern wie Stephen King bemüht.

Bertelsmann und Paramount sowie HarperCollins und Hachette reagierten zunächst nicht auf Anfragen zur Stellungnahme.

jok/Reuters
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