"Sir Salman" Iran protestiert gegen Ritterschlag für Rushdie

Salman Rushdie darf sich künftig "Sir" nennen: Der aus Indien stammende Autor der "Satanischen Verse" ist von Queen Elizabeth II. zum Ritter geschlagen worden. Aus Iran kommt heftiger Protest - und in Pakistan demonstrierten aufgebrachte Menschen auf der Straße.

Teheran/London - Die Entscheidung, Rushdie zu ehren, sei eine Beleidigung der muslimischen Welt, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Teheran. Sie sei ein "Beleg für die anti-islamische Haltung führender britischer Beamter", erklärte Mohammed Ali Hosseini.

Der aus Indien stammende Rushdie hielt sich fast zehn Jahre lang versteckt, nachdem Ajatollah Chomeini 1989 ein Todesurteil wegen der als Gotteslästerung eingestuften "Satanischen Verse" erlassen hatte. Die iranische Regierung erklärte 1998, sie unterstütze die sogenannte Fatwa nicht mehr, könne sie aber nicht aufheben.

Rushdies Auszeichnung erfolgte anlässlich des Geburtstags der britischen Königin, den sie am Samstag offiziell feierte. Rushdie zeigte sich erfreut und sagte, er sei dankbar dafür, "dass meine Arbeit auf diese Art und Weise anerkannt wird".

Weitere neue Ordensträger laut der am Samstag veröffentlichten Liste sind unter anderen die CNN-Korrespondentin Christiane Amanpour, Glastonbury-Festival-Gründer Michael Eavis und Menschenrechtsaktivist Shami Chakrabarti. Sie dürfen sich künftig "Commanders of the Order of the British Empire" - kurz CBE - nennen.

Der frühere KGB-Agent Oleg Gordijewski wird zum Mitglied des Ordens von St. Michael und St. George (CMG). Weitere bekannte Namen auf der Liste sind Rock-Sänger Joe Cocker und Fußballstar Teddy Sheringham. Die Königin wurde am 21. April 81 Jahre alt. Sie feiert ihren Geburtstag traditionell im Juni mit einer Parade.

itz/AP

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