Sommerschmöker Liason dangereuse in New York

Einen Sommer in der Stadt verbringen? Womöglich im brütenden New York? Aber nur an der Seite von Truman Capotes wunderbaren "Sommerdieben"!


Stil lasse sich nicht erarbeiten, so wenig, wie sich die eigene Augenfarbe erarbeiten ließe, erklärte Truman Capote einmal. In diesem Kurzroman, der laut Editionsgeschichte das Debüt des Autors darstellt, ist nun alles Stil, Pose, Akzent.

Der Plot ist simpel: Eine Tochter aus reicher Südstaatenfamilie verbringt den Sommer allein in New York, hat eine Affäre mit einem jüdisch-amerikanischen Underdog - eine Liaison dangereuse, wie sich am Ende auf überraschende Weise zeigen wird.

Der Ennui der Herwanwachsenden, die emotionale Enge einer global agierenden Geldaristokratie, die vibrierende Modernität New Yorks: Dies alles kleidet Capote in seine fein gewebte, elegante Sprache.

Und wie die Bonmots in diesem Sprachkleid funkeln: "Das Haus ihrer Abneigung war bescheiden mit Zärtlichkeiten möbliert", heißt es einmal über Tochter und Mutter. Daniel Haas


Truman Capote: "Sommerdiebe" , Kein & Aber, 145 S., 18,90 Euro



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