Streit um Insolvenzplan Barlach zieht Klage gegen Suhrkamp-Chefin zurück

Suhrkamp-Miteigentümer Hans Barlach kommt einer drohenden Prozessniederlage zuvor: Er hat seine Klage gegen Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz zurückgezogen. Nun kann sie ihren Insolvenzplan umsetzen - und Barlach entmachten.
Suhrkamp-Miteigentümer Hans Barlach (Archivbild): Klage zurückgezogen

Suhrkamp-Miteigentümer Hans Barlach (Archivbild): Klage zurückgezogen

Foto: Andreas Arnold/ dpa

Frankfurt am Main - Im Streit um den Suhrkamp-Verlag hat Miteigentümer Hans Barlach eine Klage gegen Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz zurückgezogen. Der Hamburger Medienunternehmer hatte der Verlegerin nachträglich verbieten lassen wollen, über ihren Insolvenzplan für das angeschlagene Unternehmen abstimmen zu lassen. Nachdem das Oberlandesgericht Frankfurt am Dienstag deutlich machte, dass es Barlachs Anliegen für unbegründet hält, zog dieser die Klage von sich aus zurück. Er kam damit einer drohenden Prozessniederlage zuvor.

Ursprünglich hatte das Amtsgericht in Berlin-Charlottenburg bereits gebilligt, den insolventen Suhrkamp-Verlag von einer Kommandit- in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Doch Barlach hatte kurz vor Ablauf der Frist Beschwerde gegen das gerichtlich genehmigte Sanierungskonzept eingelegt.

Durch eine Umwandlung würde Barlach, der 39 Prozent der Firmenanteile hält, weitreichende Mitspracherechte verlieren. Seit Jahren führen er und Verlagschefin Unseld-Berkéwicz, die über ihre Familienstiftung mit 61 Prozent am Verlag beteiligt ist, einen Machtkampf. Dieser sollte durch die neue Gesellschaftsform beendet werden.

aar/dpa
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