Verlagsstreit Verfassungsgericht stoppt Suhrkamp-Umwandlung

Die Auseinandersetzung scheint kein Ende zu finden: Im Streit um Suhrkamp schob das Bundesverfassungsgericht dem Sanierungsplan des Traditionshauses vorläufig einen Riegel vor. Der Verlag reagiert gelassen.
Verlagszentrale von Suhrkamp: Umwandlung in AG zunächst gestoppt

Verlagszentrale von Suhrkamp: Umwandlung in AG zunächst gestoppt

Foto: Maurizio Gambarini/ dpa

Karlsruhe/Hamburg - Der Suhrkamp Verlag darf vorläufig nicht in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Das hat das Bundesverfassungsgericht angeordnet. Das Gericht untersagte es dem Amtsgericht Charlottenburg vorläufig, "das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Suhrkamp Verlag GmbH & Co. KG aufzuheben und die neue Rechtsform in das Handelsregister einzutragen", wie es heißt.

Damit kann Suhrkamp-Miteigentümer Hans Barlach einen Teilerfolg verbuchen. Er ist gegen den Sanierungsplan von Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz, der eine Umwandlung des Verlags von einer Kommandit- in eine Aktiengesellschaft vorsieht. Das Landgericht Berlin hatte im Oktober den Weg für die Umwandlung zunächst frei gemacht und die Beschwerde der Medienholding von Hans Barlach, dem Minderheitsgesellschafter bei Suhrkamp, zurückgewiesen.

Der Suhrkamp Verlag reagierte gelassen auf die Entscheidung. Die Anordnung aus Karlsruhe, den Verlag vorläufig nicht in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln, sei nicht als Hinweis auf die endgültige Entscheidung zu verstehen, erklärte eine Suhrkamp-Sprecherin am Donnerstag. Die Anordnung diene allein dazu, dem Verlag die Möglichkeit zu einer Stellungnahme zu Barlachs Verfassungsbeschwerde zu geben.

tha/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.