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10. Dezember 2015, 14:27 Uhr

Ulla Unseld-Berkéwicz

Suhrkamp-Chefin wechselt in den Aufsichtsrat

Sie kündigte den Schritt bereits Anfang des Jahres an. Jetzt tritt Suhrkamp-Chefin Unseld-Berkéwicz von ihrem Amt zurück und wechselt in den Aufsichtsrat. Damit wird ein jahrelanger Streit endgültig beigelegt.

In einer Pressemitteilung teilt der Suhrkamp-Verlag mit, dass sich Ulla Unseld-Berkéwicz mit dem heutigen Tag aus dem operativen Geschäft zurückzieht und den Aufsichtsratsvorsitz der Suhrkamp Verlag AG übernimmt. Der neue Aufsichtsrat habe Dr. Jonathan Landgrebe zum alleinigen Vorstand der Suhrkamp AG bestellt.

Es ist der letzte Schritt in einem Streit, der die deutsche Literatur-Szene über Jahre in Atem gehalten hatte. Die von der Suhrkamp-Chefin geplante Umwandlung des Hauses in eine Aktiengesellschaft hatte der Minderheiteneigentümer Ernst Barlach durch alle Gerichtsintsanzen bekämpft.

Im Dezember 2013 entschied das Bundesverfassungsgericht, dass der Suhrkamp Verlag zur Aktiengesellschaft umgebaut werden darf. Daraufhin stieg die Darmstädter Unternehmerfamilie Ströher als neuer Aktionär ein. Sylvia Ströher sitzt ebenfalls im Aufsichtsrat.

Die Mehrheit der Aktien gehört künftig der Familienstiftung von Unseld-Berkéwicz und der Familie Ströher gemeinsam. Die Stimmrechte ihrer Aktien seien vertraglich gebündelt, ließ der Verlag schon im Januar 2015 wissen. In diesem Bündnis verfüge die Familienstiftung über die Stimmrechtsmehrheit und könne deshalb auch fortan die Geschicke des Verlags lenken.

kae

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