Suhrkamp-Seifenoper Unseld klagt gegen Umzug nach Berlin

Der Streit um den Kurs des wichtigsten deutschen Literaturverlags wird vor Gericht fortgesetzt: Anteilseigner Joachim Unseld klagt gegen den Umzug von Suhrkamp nach Berlin - und damit gegen die Pläne seiner Stiefmutter.


Die unterhaltsamste Seifenoper des Kulturbetriebs geht weiter: Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Freitag gemeldet hat, klagt Joachim Unseld gegen den Umzug des Suhrkamp Verlags von Frankfurt am Main nach Berlin.

Verleger Joachim Unseld: Führt "heiklen" Rechtsstreit
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Verleger Joachim Unseld: Führt "heiklen" Rechtsstreit

Damit findet der seit dem Tod des langjährigen Suhrkamp-Chefs Siegfried Unseld andauernde, mit fast allen juristischen, kaufmännischen und verlegerischen Mitteln ausgetragene Machtkampf um den Verlag seine Fortsetzung.

Joachim Unseld ist der Sohn von Siegfried Unseld. Sein Verhältnis zur Unseld-Witwe Ulla Unseld-Berkéwicz, der heutigen Chefin des Verlags, gilt als geradezu bilderbuchhaft gespannt. Joachim Unseld hält 20 Prozent am Suhrkamp Verlag und leitet selbst die Frankfurter Verlagsanstalt.

Die Gesellschafterversammlung von Suhrkamp hatte Anfang Februar den Umzugsplänen zugestimmt. Unter den Mitarbeitern und Autoren von Suhrkamp allerdings ist der für das Jahr 2010 geplante Wechsel von der gutbürgerlichen Frankfurter Lindenstraße in die trostlos wirkende Brüderstraße in Berlin-Mitte äußerst umstritten.

Unseld selbst wollte sich zur Klage nicht äußern. Er bezeichnete den Rechtsstreit als "heikel."

sha



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