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21. Januar 2015, 14:27 Uhr

Suhrkamp

Umbau in eine Aktiengesellschaft steht

Wie der Verlag bekannt gab, steigt die Unternehmerfamilie Ströher als neuer Aktionär ein. Suhrkamp-Chefin Unseld-Berkéwicz tritt von ihrem Amt zurück und wechselt in den Aufsichtsrat.

Berlin/Hamburg - Im Dezember hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass der Suhrkamp Verlag zur Aktiengesellschaft umgebaut werden darf. Jetzt ist die Umwandlung des Unternehmens unter Dach und Fach.

Wie Suhrkamp mitteilte, steigt die Darmstädter Unternehmerfamilie Ströher als neuer Aktionär mit ein. Suhrkamp-Chefin Ulla Unseld-Berkéwicz will in den kommenden Monaten ihr Amt abgeben und in den Aufsichtsrat wechseln.

Die Mehrheit der Aktien gehört den Angaben zufolge künftig der Familienstiftung von Unseld-Berkéwicz und der Familie Ströher gemeinsam. Die Stimmrechte ihrer Aktien seien vertraglich gebündelt, hieß es. In diesem Bündnis verfüge die Familienstiftung über die Stimmrechtsmehrheit und könne deshalb auch fortan die Geschicke des Verlags lenken.

Mit der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft soll die jahrelange Auseinandersetzung mit dem Minderheitseigentümer Hans Barlach beendet werden. Barlach war gegen die Pläne der Verlagschefin, das Haus zu einer Aktiengesellschaft umzuwandeln, durch alle Instanzen bis vor das oberste deutsche Gericht gezogen.

Denn für den Hamburger Medienunternehmer, Enkel des Bildhauers Ernst Barlach, bedeutet die Umwandlung einen weitgehenden Verlust seiner Mitspracherechte, so könnte er durch die Konstruktion der Aktiengesellschaft mit Geschäftsführung und Aufsichtsrat nicht mehr in das Alltagsgeschäft des Verlages eingreifen.

Das von Peter Suhrkamp 1950 gegründete Haus gilt als einer der wichtigsten Verlage der Bundesrepublik mit namhaften Autoren aus Literatur und Wissenschaft.

cbu/dpa

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