Suhrkamp-Tochter Insel Verlag meldet Insolvenz an

Ein Traditionsverlag im Strudel der Suhrkamp-Querelen: Das Tochterunternehmen Insel hat Insolvenz angemeldet.
Insel-Bücherei: Lieblingsobjekt des jungen Vorkriegsbürgertums

Insel-Bücherei: Lieblingsobjekt des jungen Vorkriegsbürgertums

Foto: Insel Verlag

Berlin - Infolge des Insolvenzverfahrens bei Suhrkamp hat auch der Insel Verlag Insolvenz angemeldet. Der Schritt sei eine rechtlich zwingende Folge des Antrags, den Suhrkamp Ende Mai gestellt hatte, sagte Verlagssprecherin Tanja Postpischil und bestätigte damit einen Bericht der Zeitung "Die Welt".

Das Geschäft des Insel Verlags, in dem neben der traditionsreichen Insel-Bücherei mit Werken wie denen Rainer Maria Rilkes, auch Sachbücher wie Pola Kinskis "Kindermund" und außerdem Unterhaltungsromane veröffentlicht werden, laufe normal weiter. Suhrkamp und Insel seien eng verflochten, so dass der Insolvenzantrag für Insel unausweichlich gewesen sei, sagte Postpischil.

Suhrkamp hatte ein sogenanntes Schutzschirmverfahren beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg beantragt. Der Verlag sollte nach einem Gerichtsurteil 2,2 Millionen Euro als Gewinnausschüttung an den Minderheitsgesellschafter Hans Barlach auszahlen. Mit dem Schutzschirm war die Auszahlungspflicht zunächst ausgesetzt worden. Barlach hat inzwischen auf eine Ausschüttung verzichtet, allerdings nur für eine begrenzte Zeit. Die von der Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz angeführte Familienstiftung und Barlach streiten seit Jahren über die Führung des Traditionshauses, das durch Querelen bedroht ist.

kha/dpa
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