Taschenbuch-Bestseller Die Leiden des starken Geschlechts

Leiden und Wehwehchen der Spezies Mann amüsieren die deutschen Leser: Hanna Dietz schafft es mit "Männerkrankheiten" auf Platz 18 der SPIEGEL-ONLINE-Taschenbuch-Bestsellerliste.


Hanna Dietz kennt sich aus mit der männlichen Spezies, sie wohnt ja auch gleich mit zwei Exemplaren unter einem Dach. Mann und (kleiner) Sohn bieten der Autorin Anschauungsunterricht am lebenden Objekt für ihre Studien zu Krankheiten und Leiden des eigentlich so starken Geschlechts. Mit viel Höhö-Humor hat Dietz typische Männerkrankheiten in ihrem gleichnamigen Buch zusammengetragen und aus dem Blickwinkel der Frau augenzwinkernd kommentiert.

Gleich zu Beginn der Lektüre macht sie allen Leidensgenossinnen klar, dass sie nicht allein sind: "Frauen auf der ganzen Welt beobachten seltsame Verhaltensweisen an ihrer besseren Hälfte." Seltsame Macken und unsinnige Ticks von "abdominellem Exhibitionismus" über "Fernbedienungskrämpfe" bis zur "Zauselkrankheit" werden kompromisslos erläutert.

Bei der "häuslichen Orientierungslosigkeit" handelt es sich beispielsweise um komplette Ahnungslosigkeit, was die Aufbewahrungsorte von Gegenständen zur Essenszubereitung, Tischdekoration oder Kinderversorgung betrifft. Die "verkehrsinduzierte Fußspastik" tritt auf, wenn der Mann als Beifahrer nicht selber hinter dem Steuer sitzt. Krankheitssymptom: das Treten auf imaginäre Gas- und Bremspedale mit dem rechten Fuß.

Die freie Journalistin und Schriftstellerin Dietz hat sich schon in ihren vorherigen Büchern, überwiegend Romanen, Männer aufs Korn genommen. In "Mein unheimlich romantischer Mann" (2008) wandelte sich ein eigentlich hoffnungsloser Fall in einen Romantiker. In "Meuterei der Hormone" (2007) erzählt sie von Männern, die keine Kinder wollen, und von Frauen, die fast alles für ein Baby tun würden. Auch im Hause Dietz tickte die biologische Uhr immer lauter. Ob Schicksal oder Zufall: Während der Arbeit am Hormon-Buch wurde Hanna Dietz schwanger.

Christina Reinke, buchreport

Buchtipp

Mehr zum Thema


insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
danieljay 12.03.2012
1.
Wer solche Bücher schreibt und liest, darf sich auch nicht über Mario Barth und Blondinenwitze beschweren.
quark@mailinator.com 12.03.2012
2. Sexistische Frechheiten ...
... die Frau möge vor ihrer eigenen Tür kehren. Man stelle sich vor, Männer würden solche Bücher pauschalisierend über Frauen schreiben ... Naja, keine Ahnung, wie dieser vergiftete Brunnen wieder sauber wird, aber so sicher nicht.
h-i-2224 13.03.2012
3. Darauf hat die Welt gewartet
Zitat von sysopUllsteinLeiden und Wehwehchen der Spezies Mann amüsieren die deutschen Leser: Hanna Dietz schafft es mit "Männerkrankheiten" auf Platz 18 der SPIEGEL-ONLINE-Taschenbuch-Bestsellerliste. http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,820750,00.html
Wieder ein Buch mehr, von den zig tausenden Schnullibüchern jedes Jahr, worauf die Menschen händeringend gewartet und den Tag der Ersterscheinung so wahnsinnig herbei gesehnt haben. Und es wird wieder wenig Männer und und zumeist Frauen geben, die dieses Sinnlosbuch kaufen und sich im Schnellverfahren einziehen, auf dass sie endlich wissen, was sie schon immer gewusst haben. Und dann darf ich mir im Firmenflur die Taschenbuchphilosophien, zum Beweis mit Rezitaten aus derartigen Büchern unterlegt, von den 99,99 Prozent der weiblichen Leser anhören. Danke auch schön.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.