Taschenbuch-Bestseller Dramatik statt Klischee-Vermeidung

Frauen auf der Identitätssuche, schicksalhafte Liebe und verworrene Familiengeschichten - das sind die großen Themen von Autorin Judith Lennox. Auch die Protagonistin in ihrem Roman "Der einzige Brief" muss zu sich selbst finden, als ihr verlorener Sohn nach Jahren auftaucht.


Voller Familiengeheimnisse

Voller Familiengeheimnisse

Liebe, Leidenschaft und Verlust: In ihren mittlerweile 14 Romanen verhandelt die Britin Judith Lennox individuelle Frauenschicksale vor historischer Kulisse. Mit Erfolg: Ihre weibliche Leserschaft dankt mit allein zwei Millionen hierzulande verkauften Exemplaren.

Mit der Taschenbuch-Ausgabe des 2007 erschienenen Titels "Der einzige Brief" hat Lennox jetzt den Sprung auf Platz neun der Taschenbuch-Bestseller-Charts geschafft.

Lennox, die ihre Stoffe zunächst im 16. und 17. Jahrhundert ansiedelte, hat mit der Emanzipation der Frauen im 20. Jahrhundert schnell ihr Lieblingssujet gefunden.

SPIEGEL ONLINE
Was lesen? Was kaufen? Was verschenken?

Die aktuelle Taschenbuch-Bestsellerliste: Welche Titel sind gerade heiß begehrt.

Jede Woche bei SPIEGEL ONLINE.

Übersicht: Alle Bestseller

Dabei geht es der Autorin eher um große dramatische Momente als um Klischee-Vermeidung: Die Selbstfindung ihrer Protagonistinnen gestalte sich besonders schwierig, weil ihnen die Bedürfnisse ihrer Mitmenschen wichtiger seien als ihre persönlichen Sehnsüchte und Ziele, führte Lennox in einem Interview aus.

Ihr Roman "Der einzige Brief" spielt auf einem Schloss in den schottischen Highlands: Bess hat ihren Sohn Frazer in den Wirren des Ersten Weltkriegs bei ihrer Schwiegermutter in Indien zurücklassen müssen, ihre zahllosen Briefe wurden nie beantwortet. Dann steht Frazer plötzlich als erwachsener Mann vor der Tür und fordert sein Erbe ein. Bess muss sich ihrer Vergangenheit und diversen Familiengeheimnissen stellen.

Das Zurückstecken persönlicher Lebensträume kennt die 1953 im englischen Salisbury geborene Lennox aus eigener Erfahrung: Die Englischdozentin an der Hochschule in Leicester heiratete einen Physiker, verdingte sich nach dem ersten Kind als Klavierlehrerin in einer Ballettschule und baute ihre Schreibversuche erst nach dem dritten Kind aus, das zu diesem Zeitpunkt bereits in den Kindergarten ging. Mit 38 Jahren durfte sie sich dann über die Veröffentlichung ihres ersten Buchs freuen.

Nicole Stöcker, buchreport


Judith Lennox, "Der einzige Brief", 9,95 Euro, Piper



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.