Taschenbuch-Bestseller Erst Opiumhöhle, dann Schneehölle

Harry Hole ist zurück: Der norwegische Krimi-Autor Jo Nesbø holt seinen schnoddrigen Kommissar in "Leopard" aus der Opiumkneipe Hongkongs in die Berge Norwegens, um einen Serienmörder zu fassen. Das Buch steigt auf Platz sechs ins SPIEGEL-ONLINE-Taschenbuch-Ranking ein.


Sein Debüt, "Der Fledermausmann", wurde in Norwegen 1997 als "Bester Krimi des Jahres" ausgezeichnet und mit "Rotkehlchen" ("Rødstrupe", 2000) gelang Jo Nesbø international der Durchbruch. Heute ist er der erfolgreichste Autor Norwegens und in 17 Ländern mit seinen Büchern vertreten.

Dabei war die Geburt des Haupthelden seiner Kriminalromane, des eigenwilligen Osloer Kommissars Harry Hole, eher ein Zufall: Nesbø wollte sich nach einem stressigen Jahr, in dem er tagsüber als Aktienmakler arbeitete und nachts mit seiner Band "Di derre" ("Die da") tourte, eine Auszeit in Australien nehmen. Auf dem 30-stündigen Flug nach Sydney entwarf Nesbø den Plot zu "Der Fledermausmann", dem ersten Band der Harry-Hole-Reihe, dem bislang sieben weitere folgten.

In "Leopard" erholt sich der Ermittler zunächst mit etwas Opium in Hongkong von seinem vorherigen Fall, bevor er sich von seinen Osloer Kollegen zur nächsten Jagd auf einen Serienmörder überreden lässt: Aus dem zufälligen Zusammentreffen von Skifahrern in den Bergen Norwegens wird eine Todesliste mit grausigen Details - mal klebt ein Opfer in der Badewanne fest, während das Wasser immer höher steigt. Und mal ertrinken die Opfer an ihrem eigenen Blut, weil ein Folterwerkzeug ihnen von innen die Mundhöhle zersticht.

Sowohl die Lust am Fabulieren als auch den Sinn fürs Grausige hat Nesbø schon als Kind entdeckt, als er seine Altersgenossen mit ausgedachten Gespenstergeschichten unterhalten hat. Für seine eigenen Kinder schreibt der Autor dagegen humorvolle Texte mit schrägen Figuren, wie einem verrückten Professor, der durch Zufall das wirksamste Pupspulver der Welt entdeckt hat ("Doktor Proktors Pupspulver", 2008).

Nicole Stöcker, buchreport



insgesamt 1302 Beiträge
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BerSie, 13.08.2008
1. Gegen den Tag
Ob lesende Hund, sprechende Kugelblitze, oder das Michelson-Morley-Experiment... seltsam ist die Faszination des neuen Pynchon, der mich immer mehr in den Bann zieht! PS Wär ja schön, wenn hier auch Sachbuchbesprechungen toleriert würden!
joachim durrang 13.08.2008
2. bücher
ich lese hauptsächlich meine eigenen texte
kurzundknapp, 13.08.2008
3.
Zitat von joachim durrangich lese hauptsächlich meine eigenen texte
Wow, besser als Goethe, Shakespeare und Benn? Glückwunsch....
BerSie, 13.08.2008
4.
Zitat von kurzundknappWow, besser als Goethe, Shakespeare und Benn? Glückwunsch....
Was der wohl textet, wenn keiner zukuckt?:-)
Muffin Man, 13.08.2008
5.
Unter den Neuerscheinungen sind es in letzter Zeit nur zweie gewesen, die meine Neugier soweit geweckt habe, das Portemonnaie zu zücken: Muriel Barberys "Die Eleganz des Igels (http://www.dtv.de/eleganz_des_igels/index.html)", eine möglicherweise interessante Gegenüberstellung zweier Außenseiterpositionen, ich hab's allerdings wegen eines höheren Stapels älterer Bücher, die ich noch vorher lesen will, kaum angerührt... und Cornelius Medveis "Mr. Thundermug (http://www.chbeck.de/productview.aspx?product=22701)", dessen Story allerdings ziemlich simpel ist - naja, DAS ist's ja auch, was Lesepublikum und Lektoren verlangen...
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