Taschenbuch-Bestseller Recherche bei Hôchmuot

Mit "Blut und Silber" bleibt "Hebammen"-Autorin Sabine Ebert dem Historienfach und dem Schauplatz Freiberg treu. Der Mittelalter-Roman klettert diese Woche auf Platz 15 der SPIEGEL-ONLINE-Taschenbuch-Bestsellerliste.


Seit ihrem ersten Buch, "Das Geheimnis der Hebamme", ist Sabine Ebert ein Star in der Mittelalterszene. Das liegt nicht zuletzt an den akribischen Recherchen der gelernten Journalistin: Um sich mit den historischen Hintergründen ihrer Romane vertraut zu machen - etwa dem Münzwesen oder dem historischen Bergbau in der einstigen "Silberstadt" Freiberg in Sachsen -, sucht sie Archive auf oder spricht mit Experten.

Schlachtenszenen etwa lässt sie sich von der Schwertkampfschule "Pax et Codex" aus Landsberg bei Halle erklären: "Die Männer von 'Pax et Codex' choreografieren alle wichtigen Zweikämpfe in meinen Romanen und beraten mich auch sonst, wenn es um Kampfszenen geht", gibt Ebert Einblick in ihre Arbeitsweise. Wie es im Mittelalter-Alltag zuging, erfährt die 53-Jährige hautnah im Kreise sogenannter Reenactment-Gruppen, die sich "Mark Meißen 1200" oder "Hôchmuot" nennen.

Mit "Blut und Silber" hatte sich Ebert 2009 eine Auszeit von ihrer auf fünf Teile angelegten "Hebammen"-Reihe genommen (Teil 5 erscheint am 4. Oktober). Das Rad der Geschichte wird darin um rund 100 Jahre weitergedreht: Ende des 13. Jahrhunderts schickt König Adolf von Nassau eine gewaltige Streitmacht gegen Freiberg, um die reiche Silberstadt in die Knie zu zwingen. Unter den Bürgern entbrennt heftiger Streit angesichts des entfesselten Heeres, das die Stadt umschließt: Dürfen sie sich dem König widersetzen? Oder sollen sie die gewalttätigen Horden einlassen?

Für den Verlag Knaur, der Sabine Ebert bis dahin ausschließlich im Taschenbuch verlegte, hat es sich gelohnt, "Blut und Silber" zunächst als Hardcover zu veröffentlichen. Davon wurden etwa 200.000 Exemplare verkauft. Die Gesamtauflage von Eberts Romanen liegt bei rund 2,7 Mio Exemplaren. Große Aufmerksamkeit dürfte auch dem nächsten Schreibprojekt der Autorin gewiss sein, das sich - passend zum 200. Jubiläum - mit der Völkerschlacht bei Leipzig beschäftigt. Die Recherchen haben bereits begonnen.

Nicole Stöcker, buchreport



insgesamt 1302 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
BerSie, 13.08.2008
1. Gegen den Tag
Ob lesende Hund, sprechende Kugelblitze, oder das Michelson-Morley-Experiment... seltsam ist die Faszination des neuen Pynchon, der mich immer mehr in den Bann zieht! PS Wär ja schön, wenn hier auch Sachbuchbesprechungen toleriert würden!
joachim durrang 13.08.2008
2. bücher
ich lese hauptsächlich meine eigenen texte
kurzundknapp, 13.08.2008
3.
Zitat von joachim durrangich lese hauptsächlich meine eigenen texte
Wow, besser als Goethe, Shakespeare und Benn? Glückwunsch....
BerSie, 13.08.2008
4.
Zitat von kurzundknappWow, besser als Goethe, Shakespeare und Benn? Glückwunsch....
Was der wohl textet, wenn keiner zukuckt?:-)
Muffin Man, 13.08.2008
5.
Unter den Neuerscheinungen sind es in letzter Zeit nur zweie gewesen, die meine Neugier soweit geweckt habe, das Portemonnaie zu zücken: Muriel Barberys "Die Eleganz des Igels (http://www.dtv.de/eleganz_des_igels/index.html)", eine möglicherweise interessante Gegenüberstellung zweier Außenseiterpositionen, ich hab's allerdings wegen eines höheren Stapels älterer Bücher, die ich noch vorher lesen will, kaum angerührt... und Cornelius Medveis "Mr. Thundermug (http://www.chbeck.de/productview.aspx?product=22701)", dessen Story allerdings ziemlich simpel ist - naja, DAS ist's ja auch, was Lesepublikum und Lektoren verlangen...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.