Taschenbuch-Bestseller Warum in der Eifel so viel gemordet wird

Die Staatsanwaltschaft Trier will nicht ermitteln, doch der Hobby-Kriminalist Siggi Baumeister wittert seinen neuesten Fall: Jacques Berndorfs 21. Regional-Krimi, "Die Eifel-Connection", schafft den Sprung in die Top Ten der Taschenbuch-Bestsellerliste von SPIEGEL ONLINE.


Als Jacques Berndorf noch unter seinem bürgerlichen Namen Michael Preute unterwegs war und mit der Eifel wenig am Hut hatte, sah es zunächst danach aus, als würde er Arzt werden. Doch Preute suchte die finanzielle Unabhängigkeit vom Vater, brach sein Medizinstudium ab und landete im Journalismus, war unter anderem bei der "Rheinischen Post", beim "Stern" und bei der "Quick". 1968 wurde er als Reporter beim Einmarsch der Sowjets in der damaligen CSSR verhaftet.

Preute kündigte bald darauf seine Festanstellung und berichtete fortan als freier Journalist von den Krisenherden der Welt. Die schrecklichen Dinge, die er dabei sah, führten zu Alkoholismus und Depressionen. Dem Tode nahe, ließ sich Preute 1976 von einem israelischen Arzt zum Entzug überreden, acht Jahre darauf zog er nach Berndorf, ein Nest in der Vulkaneifel.

Die Entschleunigung seines Lebens abseits vom Krisenjournalismus und Großstadtgetöse gebar Jacques Berndorf, den Autor von Eifel-Krimis. "Eifel-Blues" war 1989 zwar nicht der erste Kriminalroman, an dem sich Preute versucht hatte, doch dieser Titel war der Auftakt zu einer Erfolgsgeschichte, die bis heute über vier Millionen verkaufte Bücher umfasst.

Im gerade erschienenen Krimi "Die Eifel-Connection" lässt der Autor zum 21. Mal sein Alter Ego, den Journalisten Siggi Baumeister, recherchieren: Ein als knallharter Geschäftsmann bekannter Unternehmer wird auf einem Hügel tot in seinem Mercedes gefunden, doch die Staatsanwaltschaft Trier ermittelt nicht: Der Verstorbene soll sich überarbeitet haben. Siggi Baumeister aber kommt die Sache nicht geheuer vor, denn der Beifahrersitz des Wagens wurde penibel gereinigt. Mit seinen Mitstreitern Emma und Rodenstock macht sich der Hobby-Kriminalist auf eigene Faust an die Recherche.

Den nächsten Eifel-Krimi hat Berndorf schon in Planung, zunächst wird der Wahl-Eifeler aber auf sein eigenes bewegtes Leben zurückblicken. Titel: "Jacques Berndorf - Von der Eifel aus betrachtet".

Nicole Stöcker, buchreport



insgesamt 1302 Beiträge
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BerSie, 13.08.2008
1. Gegen den Tag
Ob lesende Hund, sprechende Kugelblitze, oder das Michelson-Morley-Experiment... seltsam ist die Faszination des neuen Pynchon, der mich immer mehr in den Bann zieht! PS Wär ja schön, wenn hier auch Sachbuchbesprechungen toleriert würden!
joachim durrang 13.08.2008
2. bücher
ich lese hauptsächlich meine eigenen texte
kurzundknapp, 13.08.2008
3.
Zitat von joachim durrangich lese hauptsächlich meine eigenen texte
Wow, besser als Goethe, Shakespeare und Benn? Glückwunsch....
BerSie, 13.08.2008
4.
Zitat von kurzundknappWow, besser als Goethe, Shakespeare und Benn? Glückwunsch....
Was der wohl textet, wenn keiner zukuckt?:-)
Muffin Man, 13.08.2008
5.
Unter den Neuerscheinungen sind es in letzter Zeit nur zweie gewesen, die meine Neugier soweit geweckt habe, das Portemonnaie zu zücken: Muriel Barberys "Die Eleganz des Igels (http://www.dtv.de/eleganz_des_igels/index.html)", eine möglicherweise interessante Gegenüberstellung zweier Außenseiterpositionen, ich hab's allerdings wegen eines höheren Stapels älterer Bücher, die ich noch vorher lesen will, kaum angerührt... und Cornelius Medveis "Mr. Thundermug (http://www.chbeck.de/productview.aspx?product=22701)", dessen Story allerdings ziemlich simpel ist - naja, DAS ist's ja auch, was Lesepublikum und Lektoren verlangen...
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