Taschenbuch-Bestseller Witz für Witz die Welt retten

Vulkanasche, Bildungsmisere, Wirtschaftskrise: Schlimme Welt, in der wir leben! Das findet offenbar auch der Comedian Olaf Schubert - und schwingt sich zu unserer Rettung auf. "Wie ich die Welt retten würde, wenn ich Zeit dafür hätte" ist neu auf Platz 16 der Taschenbuch-Rangliste.


"Dieses Buch bietet alles, was ein Buch zum Buch braucht. Schubert ist bekannt als kritischer Liedermacher, doch auch als Poet bleibt er sich treu", schreibt Olaf Schubert über Olaf Schubert und sein neues Buch.

Der sächsische Comedian mit dem Rhomben-Pullunder scheut nicht davor zurück, seinem Erstling gleich zwei wohlwollende Rezensionen anzuhängen. Ausweislich des Titels geht es dem Mann ja darum, die Welt zu retten. Da er das aber - man beachte den Untertitel ("wenn ich Zeit dafür hätte") - angeblich mangels Muße - nicht schafft, versucht er offenbar, zumindest sein Buch zu retten.

Müsste er aber gar nicht. Denn wer würde schon so eine hübsche kleine Fundgrube in Grund und Boden zu schreiben? Kaum etwa hat der Autor seiner Abneigung gegen Anglizismen Luft gemacht ("Lasst uns für unsere Muttersprache kämpfen - und zwar all together!"), da erklärt er schon wenige Seiten darauf, er erzeuge seinen Müll selbst, "in liebevoller Handarbeit". Und auch zur Rettung der Welt kommt der Sachse noch, wenn er unter anderem die Individualisten dieser Erde dazu aufruft, sie mögen sich doch bitte vereinigen.

Schubert hat sich seit Mitte der neunziger Jahre als Wortakrobat und selbsternannter Betroffenheitslyriker einen Namen gemacht. Der 42-Jährige durfte schon fast alle wichtigen Auszeichnungen der Branche entgegennehmen, zuletzt den Deutschen Kleinkunstpreis 2010.

Nicole Stöcker, buchreport

Buchtipp

Olaf Schubert:
Wie ich die Welt retten würde, wenn ich Zeit dafür hätte

Fischer Taschenbuch Verlag; 249 Seiten; 9,95 Euro.

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insgesamt 1302 Beiträge
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Seite 1
BerSie, 13.08.2008
1. Gegen den Tag
Ob lesende Hund, sprechende Kugelblitze, oder das Michelson-Morley-Experiment... seltsam ist die Faszination des neuen Pynchon, der mich immer mehr in den Bann zieht! PS Wär ja schön, wenn hier auch Sachbuchbesprechungen toleriert würden!
joachim durrang 13.08.2008
2. bücher
ich lese hauptsächlich meine eigenen texte
kurzundknapp, 13.08.2008
3.
Zitat von joachim durrangich lese hauptsächlich meine eigenen texte
Wow, besser als Goethe, Shakespeare und Benn? Glückwunsch....
BerSie, 13.08.2008
4.
Zitat von kurzundknappWow, besser als Goethe, Shakespeare und Benn? Glückwunsch....
Was der wohl textet, wenn keiner zukuckt?:-)
Muffin Man, 13.08.2008
5.
Unter den Neuerscheinungen sind es in letzter Zeit nur zweie gewesen, die meine Neugier soweit geweckt habe, das Portemonnaie zu zücken: Muriel Barberys "Die Eleganz des Igels (http://www.dtv.de/eleganz_des_igels/index.html)", eine möglicherweise interessante Gegenüberstellung zweier Außenseiterpositionen, ich hab's allerdings wegen eines höheren Stapels älterer Bücher, die ich noch vorher lesen will, kaum angerührt... und Cornelius Medveis "Mr. Thundermug (http://www.chbeck.de/productview.aspx?product=22701)", dessen Story allerdings ziemlich simpel ist - naja, DAS ist's ja auch, was Lesepublikum und Lektoren verlangen...
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