Reaktionen auf Toni Morrisons Tod "Was für ein Geschenk, dieselbe Luft wie sie zu atmen"

Toni Morrison, die erste Afroamerikanerin, die den Literaturnobelpreis erhielt, ist gestorben. Kollegen und Fans äußerten ihre Trauer, darunter auch der frühere US-Präsident Barack Obama.

Kevin Lamarque/ REUTERS

Rund ein halbes Jahrhundert lang hat Toni Morrison den Rassismus in den USA angeklagt. 1993 brachte ihr unter anderem dieses künstlerische Engagement den Literaturnobelpreis ein - als erster Afroamerikanerin überhaupt. Morrison wurde zu einer der wichtigsten Schriftstellerinnen in der Geschichte der USA und zum "Gewissen Amerikas", ihre Werke verkauften sich millionenfach.

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Zum Tod von Toni Morrison: Das Gewissen Amerikas

Am Montagabend starb Morrison im Alter von 88 Jahren. Die Nobelstiftung würdigte sie als "eine der stärksten und einflussreichsten literarischen Kräfte unserer Zeit".

Auch zahlreiche Kollegen und Fans verliehen ihrer Trauer über den Tod der Schriftstellerin öffentlich Ausdruck. "Danke, Toni Morrison, für die Schönheit, die du in unserer Welt enthüllt hast", schrieb Apple-Chef Tim Cook bei Twitter. "Ruhe in Frieden." Die TV-Produzentin Shonda Rhimes ("Grey's Anatomy") schrieb, Morrison sei ihr Vorbild gewesen. "Sie hat mich verstehen lassen, dass der Beruf der Autorin ein ehrenwerter ist. In meiner Kindheit wollte ich immer nur wie sie werden. Ein gemeinsames Abendessen werde ich nie vergessen."

2012 verlieh der damalige US-Präsident Barack Obama Morrison die Freiheitsmedaille. Bei Facebook würdigte er nun die Verstorbene als "nationalen Schatz". Sie sei "auf Buchseiten wie in echt eine faszinierende Geschichtenerzählerin" gewesen, so Obama. Auf Twitter ergänzte er: "Ihre Texte waren eine wunderschöne und bedeutende Herausforderung an unser Gewissen und unsere moralische Vorstellungskraft. Was für ein Geschenk, dieselbe Luft wie sie zu atmen - wenn auch nur für eine Weile."

Auch Stimmen aus der Politik, die aktuell im Amt sind oder sich darum bewerben, erinnerten mit großen Worten an Toni Morrison. So sagte Nancy Pelosi, die Sprecherin der Demokraten im US-Repräsentantenhaus: "Heute haben wir eine Erzählerin von unerreichter Empathie, Eleganz und Kraft verloren". Die Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris betrauerte den Verlust von "einer unserer größten Stimmen und Erzählerinnen". Ihr Konkurrent um die Kandidatur für die demokratische Kandidatur, Bernie Sanders, nannte Morrison "eine amerikanische Legende".

Aus der Welt der Literatur verabschiedeten sich viele mit Zitaten aus dem Werk der Schriftstellerin. Roxane Gay nannte das Werk "ein Geschenk für jeden, der das Vergnügen hatte, ihre Bücher zu lesen". Paulo Coelho forderte die Verstorbene auf: "Schreiben Sie weiter, ruhen Sie nicht in Frieden, Toni Morrison!"

Für seine junge Kollegin Carmen Maria Machado ist hingegen ein Morrison-Zitat Auftrag für die eigene Arbeit: "Wenn es ein Buch gibt, das du lesen willst, aber es ist noch nicht geschrieben worden, dann musst du es schreiben."

feb/dpa/AP/Reuters



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