Nähe zu Putin Kirche baut von Gerhard Schröder gestiftetes Lüpertz-Fenster vorerst nicht ein

Die Marktkirche Hannover sollte nach langem Rechtsstreit eigentlich ein Kirchenfenster von Markus Lüpertz bekommen. Nun hat sich der Kirchenvorstand umentschieden – wegen der Haltung des Stifters zum Kremlchef.
Abbild des Kirchenfensters von Manfred Lüpertz

Abbild des Kirchenfensters von Manfred Lüpertz

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Hauke-Christian Dittrich / picture alliance/dpa

Das von Altkanzler Gerhard Schröder für Hannovers Marktkirche gestiftete Kirchenfenster von Markus Lüpertz wird vorerst nicht eingebaut. Die Spendengelder sollten zurückgegeben werden, sagte Stadtsuperintendent Rainer Müller-Brandes am Freitag nach einer entsprechenden Entscheidung des Kirchenvorstands vom Vorabend. Hintergrund sei die Haltung Schröders zum Ukraine-Krieg. Der Ex-Kanzler steht seit Langem wegen seiner Nähe zum russischen Präsidenten Wladimir Putin in der Kritik.

Konkret geht es um Schröders Posten bei den russischen Energieunternehmen Nord Stream 1 und 2 sowie dem Ölkonzern Rosneft, wo er Aufsichtsratschef ist. Er hatte die Regierung in Moskau zwar aufgefordert, den Krieg in der Ukraine schnellstmöglich zu beenden. Von persönlichen Konsequenzen war aber nicht die Rede.

Um das von dem Künstler Markus Lüpertz entworfene 13 Meter hohe farbige Fenster hatte es einen jahrelangen Rechtsstreit gegeben. Der Erbe des Nachkriegsarchitekten der Marktkirche hatte mit einer Urheberrechtsklage versucht, den Einbau zu verhindern, weil er die schlichte Gestaltung des Innenraumes zerstört sah. Ende November wurde ein Vergleich in einer mündlichen Verhandlung am Oberlandesgericht Celle geschlossen.

ime/dpa