Umstrittene Autobiografie Verlag sagt Veröffentlichung von Woody-Allen-Buch nach Missbrauchsvorwürfen ab

Nach Missbrauchsvorwürfen gegen Woody Allen und Protesten will dessen US-Verlag die Autobiografie des Regisseurs nicht mehr veröffentlichen. Der deutsche Rowohlt-Verlag hält die Vorwürfe hingegen für "entkräftet".
Woody Allen braucht für die Veröffentlichung seiner Autobiografie künftig einen neuen Verlag

Woody Allen braucht für die Veröffentlichung seiner Autobiografie künftig einen neuen Verlag

Foto: Evan Agostini/ dpa

Woody Allen kann seine Autobiografie "Apropos of Nothing'' nicht wie geplant veröffentlichen. Der Hachette-Verlag, in dem das Buch im April hätte erscheinen sollen, sagte die Veröffentlichung ab.

"Die Entscheidung, das Buch nicht herauszubringen, war schwierig. Wir nehmen unsere Beziehungen mit Autoren sehr ernst und sagen Veröffentlichungen nicht leichtfertig ab", teilte Hachette mit.

Allen wird seit Jahrzehnten sexueller Missbrauch vorgeworfen. Seine Adoptivtochter Dylan Farrow hält Allen vor, er habe sich in ihrer Kindheit an ihr vergangen. Die Vorwürfe waren erstmals 1992 nach der Trennung von Allen und der Schauspielerin Mia Farrow in einem Sorgerechtsprozess aufgekommen. Der Regisseur hat sie stets zurückgewiesen.

Vor der Absage des Verlages hatten Mitarbeiter aus Protest die Arbeit niedergelegt. "Wir stehen Ronan Farrow, Dylan Farrow und den Opfern sexueller Übergriffe in Solidarität zur Seite", hieß es nach US-Medienberichten in den Mail-Abwesenheitsnotizen einiger Mitarbeiter.

Viele Stars haben öffentlich angekündigt, nicht mehr mit Allen arbeiten zu wollen. Schauspieler wie Greta Gerwig und Timothée Calamet hatten sich für ihre Zusammenarbeit mit dem Regisseur entschuldigt, die Amazon Studios beendeten ihre Zusammenarbeit mit ihm. Ronan Farrow, der mit seinen Recherchen maßgeblich daran beteiligt war, den Hollywoodproduzenten Harvey Weinstein wegen Vergewaltigung und sexueller Übergriffe vor Gericht zu bringen, trennte sich bereits von dem Verlag.

Der Hamburger Rowohlt-Verlag hatte nach den Mitarbeiter-Protesten angekündigt, an der Veröffentlichung in Deutschland festhalten zu wollen. Das Buch mit dem Titel "Ganz nebenbei" werde wie geplant am 7. April erscheinen, teilte eine Sprecherin mit. "Die Vorwürfe gegen Woody Allen sind seit Anfang der Neunzigerjahre bekannt, sie sind umfassend untersucht und schließlich entkräftet worden", hieß es weiter.

fek/AP/dpa