Verlags-Streit Suhrkamp-Autoren zeigen Solidarität

Mehrere Schriftsteller des Suhrkamp-Verlags haben sich mit ihrer Unterschrift hinter ihre Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz gestellt. Zwei neue Anteilseigner des Verlag hatten ihr Unfähigkeit vorgeworfen.


Frankfurt/Main - Im Machtkampf um den Suhrkamp-Verlag haben weitere 24 Autoren mit einer Erklärung die Position der Verlegerin Unseld-Berkéwicz gestärkt. Es unterzeichneten unter anderem: Christoph Hein, Adolf Muschg, Hans-Ulrich Treichel, Albert Ostermaier und Dietmar Dath. Die bekannten Autoren Peter Handke und Peter Sloterdijk hatten schon vergangenes Wochenende unterschrieben.

Verlegerin Unseld-Berkéwicz: Rückendeckung durch Autoren
DDP

Verlegerin Unseld-Berkéwicz: Rückendeckung durch Autoren

In der Petition heißt es: "Wir fühlen uns wohl in diesem Verlag, der Schriftstellerinnen und Schriftsteller mit einer heute in der Verlagswelt selten gewordenen Behutsamkeit aufbaut, pflegt und langfristig unterstützt". Der Verlag entscheide nach wie vor programm- und nicht kapitalorientiert.

Ulla Berkéwicz-Unseld führt den Traditionsverlag Suhrkamp seit dem Tod ihres Mannes und Verlagsleiters Siegfried Unseld vor vier Jahren. Sie hatte in der Vergangenheit mehrfach in der Kritik gestanden, zuletzt hatten die Minderheiteneigner Claus Grossner und Hans Barlach sie als "unfähig" bezeichnet.

Barlach und Grossner hatten zuvor von dem Unternehmer Andreas Reinhart die Schweizer Volkart Holding AG übernommen, bei der 29 Prozent der Suhrkamp/Insel-Verlagsanteile liegen. Hauptbesitzer des Verlages ist die Siegfried und Ulla Unseld Familienstiftung mit 51 Prozent.

ner/dpa



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