Verleger Karl Blessing ist tot

Noch im vergangenen Jahr wurde er zum Verleger des Jahres gewählt: Mit Bestsellern wie Kathy Reichs Kriminalroman "Totenmontag" oder Frank Schirrmachers Studie "Das Methusalem-Komplott" bewies Karl Blessing ein untrügliches Gespür für Trends und Qualität. Nun ist der Verlagschef im Alter von 63 Jahren gestorben.


Karl Blessing: Kreativität und Kalkül
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Karl Blessing: Kreativität und Kalkül

München - Kleines Programm, großer Erfolg: Karl Blessing gehörte zu den herausragenden Persönlichkeiten im deutschen Verlagsgeschäft. Zu seinen Autoren zählten Stars wie Noah Gordon, Tom Wolfe und Michael Crichton; mit einer Mischung als Kalkül und Kreativität platzierte der 1941 in Berlin geborene Verleger seine Bücher regelmäßig in den oberen Rängen der Bestenlisten.

Blessing, Sohn eines ehemaligen Präsidenten der Deutschen Bundesbank, war eigentlich für eine Wirtschaftskarriere prädestiniert. Doch der gebürtige Berliner studierte Germanistik, promovierte über Alfred Döblin und wurde 1973 Assistent von Werner Schoenicke, einem führenden Verlagsmanager des Holtzbrinck-Konzerns. Nach einem Intermezzo bei Reader's Digest, wo Blessing die Auswahlbände betreute, kehrte er 1982 zu Holtzbrinck zurück. Von 1982 bis 1995 leitete er dort als Verleger und Programmgeschäftsführer die zum Konzern gehörenden Verlage Droemer, Knaur und Kindler.

1996 gründete er mit der Bertelsmann Buch AG den Karl Blessing Verlag und wurde, wie die "Süddeutsche Zeitung" schreibt, "zu jenem emphatischen Verleger, der Millionen ausgeben und doch gewinnen konnte". Ein Gewinn war Blessings Arbeit in jeder Hinsicht: für den Verlag und für die Leser, die vom vielseitigen Programm, das intellektuellen Anspruch mit Sinn für Unterhaltung verband, profitierten.

Karl Blessing ist im Alter von 63 Jahren gestorben. Der Verleger erlag bereits am Samstag in einem Münchner Krankenhaus einer schweren Krankheit.



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