Woody-Allen-Buch bei Rowohlt Schriftstellerinnen wollen Veröffentlichung verhindern

Nach Missbrauchsvorwürfen gegen Woody Allen und Protesten will dessen US-Verlag die Autobiografie des Regisseurs nicht mehr veröffentlichen. Autorinnen verlangen dies nun auch vom Rowohlt-Verlag.
Woody Allen

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MIGUEL MEDINA/ AFP

Woody Allens Autobiografie "Apropos of Nothin" sorgt auch in Deutschland für Diskussionen. In den USA kann das Buch nicht wie geplant erscheinen, der Hachette-Verlag sagte die Veröffentlichung ab. Allen wird seit Jahrzehnten sexueller Missbrauch vorgeworfen, seine Adoptivtochter Dylan Farrow wirft ihm vor, sich in ihrer Kindheit an ihr vergangen zu haben.

Der Rowohlt-Verlag hatte angekündigt, an der Veröffentlichung in Deutschland festhalten zu wollen. Dagegen wehren sich nun andere Autoren des Verlags in einem offenen Brief . "Wir haben keinen Grund, an den Aussagen von Woody Allens Tochter Dylan Farrow zu zweifeln. Ihr Bruder Ronan Farrow hat sich nachdrücklich gegen die Veröffentlichung im Verlag Hachette ausgesprochen, in dem auch seine eigenen Bücher erschienen sind", heißt es in dem Schreiben. Farrow trennte sich mittlerweile vom Hachette-Verlag.

"Es geht uns nicht darum, die Veröffentlichung grundsätzlich zu unterbinden", erklären die Rowohlt-Autoren in ihrem Schreiben. Woody Allen mangele es nicht an Möglichkeiten, sich mitzuteilen. Der Rowohlt-Verlag, für den sie gern schreiben, müsse ihn darin aber nicht unterstützen.

Autoren fordern Prüfung der geschilderten Fakten

Ronan Farrow hatte unter anderem kritisiert, dass das Buch in den USA ohne eine Prüfung der enthaltenen Fakten erscheinen sollte. Nach gängiger Praxis müsse man annehmen, dass dies auch in Deutschland nicht erfolgen werde. Wie Ronan Farrow sind auch die Unterzeichner des Briefs der Ansicht, dass dieses Vorgehen unethisch sei und einen Mangel an Interesse für die Opfer sexueller Übergriffe zeige.

Folgende Autorinnen und Autoren gehörten zu den Ersten, die den Brief unterzeichneten: Giulia Becker, Kirsten Fuchs, Lena Gorelik, Marlene Hellene, Sebastian Janata, Julia Korbik, Sascha Lobo, Anselm Neft, Kathrin Passig, Till Raether, Anna Schatz, Aleks Scholz, Nis-Momme Stockmann, Margarete Stokowski und Sven Stricker.

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Woody Allen wird seit Jahrzehnten sexueller Missbrauch vorgeworfen. Die Vorwürfe kamen erstmals 1992 nach der Trennung von Allen und der Schauspielerin Mia Farrow in einem Sorgerechtsprozess auf. Der Regisseur hat sie stets zurückgewiesen.

Viele Stars haben öffentlich angekündigt, nicht mehr mit Allen arbeiten zu wollen. Schauspieler wie Greta Gerwig und Timothée Calamet hatten sich für ihre Zusammenarbeit mit Allen entschuldigt, die Amazon Studios beendeten die Zusammenarbeit mit ihm.

ene
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