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LEBENSHILFE Lust auf Jazz

aus DER SPIEGEL 39/1999

Jazz gilt bei vielen Zeitgeistern als unsinnlich, ein Festmeter Jazz-Platten als so verführerisch wie eine Briefmarkensammlung. Zu Unrecht, meint der Münchner Schriftsteller Joseph von Westphalen. Westphalen, 54, ein erklärter Freund schöner Frauen und schöner Musik, hat deshalb jetzt auf vier CDs eine Sammlung rarer Jazzstücke zusammengestellt »unter dem Gesichtspunkt der erotischen Verwendbarkeit« ("Wie man mit Jazz die Herzen der Frauen gewinnt«. Kein & Aber Records, Zürich; 69 Mark). Inspiriert durch Westphalens Romanhelden und Alter Ego Harry von Duckwitz, ist die Musikauswahl des Jazz-Erotomanen zwar aus urheberrechtlichen Gründen recht konservativ geraten (bei über 50 Jahre alten Titeln fallen keine Lizenzgebühren an), doch exquisit: Von eher unbekannten Titeln wie Julia Lees »Lotus Blossom« (1947) oder James Koks »Jazznocrazy« (1935) erhofft er sich ebenso lustfördernde Wirkung wie von den üblichen Verdächtigen Duke Ellington oder Billie Holiday. Auch für besonders hartnäckige Fälle weiß Westphalen Rat: »Eine Karte für eine Puccini-Oper - und schon ist Pretty Woman zu allem bereit.«

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