Mailänder Scala Requiem für Covid-19-Opfer

Nach der Sommerpause will die Mailänder Scala die Toten des Coronavirus ehren - mit einem Requiem von Verdi, gespielt im Dom. Schon im Juli soll es erste Konzerte im Opernhaus geben.
Scala in Mailand: "Spezialisten des Spektakels"

Scala in Mailand: "Spezialisten des Spektakels"

Foto: Vincenzo Lombardo/ Getty Images

Die Scala ist eines der großen Opernhäuser der Welt. Mailand ist die Hauptstadt der Lombardei, also jenes Teils Norditaliens, der besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen war und der dadurch eine Zeit lang symbolisch stand für den globalen Kampf gegen das Virus. Insofern ging es um mehr als nur die Wiedereröffnung eines Theaters, als am Montag verkündet wurde, dass am 6. Juli erstmals wieder ein Konzert in der Scala zu hören sein wird.

Mehr als vier Monate nach der Schließung wegen des Coronavirus öffnet die Mailänder Scala im Juli wieder in kleinen Schritten für das Publikum. Vom 6. bis 15. Juli gebe es in dem Opernhaus vier Konzerte, erklärte Intendant Dominique Meyer am Montag laut italienischen Medien. Allerdings dürfen wegen der Gesundheitsvorschriften nur 600 Menschen in das Haus, in dem normalerweise rund 2000 Menschen Platz haben.

"Ich glaube, viele Musikliebhaber können es kaum erwarten, wieder live Musik zu hören, auch wenn die Kapazitäten geringer sind", sagte Meyer. Sie würden mit Experten eines Krankenhauses zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass alle gesundheitlichen Maßnahmen eingehalten werden können: "Wir sind Spezialisten des Spektakels, nicht der Gesundheit".

Was genau bei den vier Konzerten gespielt wird, ist noch nicht bekannt - kleine Gruppen von Musikern sollen Arien und instrumentelle Passagen vortragen.

Nach der Sommerpause soll es dann mit größeren Stücken weitergehen. Anfang September wird Verdis Requiem im Mailander Dom gespielt, um der Toten des Coronavirus zu gedenken. Darauf folgt Beethovens 9. Sinfonie im Opernhaus. Beide Stücke sollen von Riccardo Chailly dirigiert werden.

Wann wieder richtige Opern gespielt werden können, ist noch unklar, da die Sicherheit für so viele Musiker und Sänger auf der Bühne noch nicht gewährleistet werden könne.

xvc/dpa/AP
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