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MAO DURCH GRUPPENSEX

aus DER SPIEGEL 46/1969

So ernst war die Lage nun wirklich noch nie: »Die Zeitbombe des Sexus tickt im Kinderzimmer; auf den Spielplätzen der Jugend ist sie schon explodiert.« Und Sex ist keine Beschäftigung zum Spaßvergnügen. Sex ist die gefährlich ste Waffe der Welt. Denn nicht mit A-Bomben werden Mao und Breschnew den freiheitlichen Westen zugrunde richten, sondern mit Sex-Bomben, die im eigenen Land wohlweislich verboten sind.

Beweis? Bitte: »Die Formel ist im Grunde ganz einfach. Dem Osten ist es nicht gelungen, den Westen von außen zu unterwerfen. Der Versuch wird jetzt von innen unternommen. Auch das ist beweisbar. Auf Rauschgiftgenuß steht in China die Todesstrafe ... Wer in der Sowjet-Union pornographische Schriften verbreitet, wird nach Sibirien deportiert. Man weiß im Osten ganz genau, daß die Sex-Explosion jedes System ... unter sich begräbt. Daher das Verbot der Sprengmittel im Inland, der Export der Sprengmittel ins »feindliche« AusMehr Beweise? Bitte sehr: im bayerischen Oberwarmensteinach demonstrierten Jungen und Mädchen zwischen zwölf und vierzehn »Liebesspiele«. Als man sie ertappte, skandierten sie Ho-Ho-Ho-Tschi-minh.«

Noch mehr? Bitte gleich: »Die Berliner Kommunarden predigen die Lehren Maos und üben Gruppensex. Achtzig Prozent des Rauschgifts, das in Kalifornien von Jugendlichen »genossen« wird, gelangt -- zum Teil unter dem »Selbstkostenpreis« -- aus China nach den USA.«

Diese sensationellen Enthüllungen sind in 1,3millionenfacher Ausfertigung seit mehr als einer Woche verbreitet. Aber der Westen schläft! Weder das Pentagon noch natürlich die Hardthöhe -- sozialdemokratisch wie sie jetzt ist -- haben etwas gegen den überschwappenden Geschlechtsverkehr unternommen. Maos Rauschgiftverteiler in Kalifornien befinden sich noch immer auf freiem Fuß. Und bei uns greifen sich weiterhin Kinder unter Ho-Ho-Ho-Rufen an den Hosenlatz -- ohne daß der MAD eingreift.

Enthüllt hat den kommunistischen Sex-und-Hasch-Anschlag auf die freiheitliche Grundordnung des Westens der »Eltern«-Ostexperte Hans Habe. So mutig, ja wagemutig Habes Entlarvung kommunistischer Unterleibstätigkeit ist, den ganzen Umfang östlicher Wühlarbeit vermochte er nicht aufzudecken.

Oder kennt »Eltern«-Autor Habe etwa folgenden Text: »Eine Welt ist zusammengebrochen: Sie war ein Freudenmädchen! / Meine homosexuellen Wünsche werden immer stärker / Wenn sie glaubt, ich schlafe, wird sie im Bett unruhig / Beim Koitus muß ich immer an eine andere denken / Meine Frau sagt: »Das ist ja pervers« / Danach fühle ich mich immer wie zerschlagen / Was meine Frau verlangt, kann ich nicht / Seit vier Jahren quälen wir uns / Wenn sie einen Neger sieht, funkeln ihre Augen / Ich liebe die Frau meines besten Freundes / Meine Frau hat immer nur Ausreden 1 Ganz ohne Sex geht es doch nicht / Meine Frau ist verliebt in meine Freundin.«

Es läßt sich nicht verschweigen: Dieser Text -- dessen Pornophilie eindeutig die Moskauer Quelle verrät -- stammt aus dem Oktoberheft von »Eltern«! Und es handelt sich allein nur um die Überschriften von vier »Eltern«-Seiten (284 bis 287). Wer weiterblättert im »Eltern«-November-Heft, in dem Feindaufklärer Habe seine tapferen Warnrufe ausstößt ("Eine Verharmlosung der Sex-Explosion ist lebensgefährlich"), der kann angesichts des Trommelfeuers roter Sex-Explosionen gleich freiwillig nach drüben gehen.

Seite 57 fragt·. »Ab wann dürfen die jungen Mädchen?« Und Seite 58 antwortet: ab 16. Auf Seite 108 muß sich eine Frau »gesichtslose Männer mit riesigen Gliedern vorstellen, um überhaupt irgend etwas zu empfinden«. Seite 250 informiert über »Blutschande« und »Bordell«, Seite 254 über »Callgirl«, Seite 256 über »Coitus«, Seite 258 über »Defloration«. Und Seite 281 empfiehlt den Frauen, lieber mal zu onanieren ("Bei der Masturbation richten sich die Frauen nur nach ihrem eigenen Bedürfnis und werden nicht durch einen Koitus-Partner psychisch abgelenkt").

Ach pfui, pfui! Lenin oder irgend so ein Kommunist hat einmal gesagt, man könne den Kapitalisten die Stricke verkaufen, an denen man sie später aufhängt. Was heißt verkaufen? Die Kapitalisten produzieren diese Stricke sehenden Auges gleich in 1,3millionenfacher Ausfertigung selbst, an denen die Sex-Teufel Mao und Breschnew uns alle aufhängen werden.

Otto Köhler
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