Französischer Präsidentschaftswahlkampf Louvre weigert sich, Kulisse für Le Pen zu sein

Die rechte Politikerin Marine Le Pen möchte das Image des Louvre für ihren Wahlkampf nutzen. Das Museum will aber nicht als Kulisse dienen – man sehe sich als Teil aller Franzosen, nicht als »Identität einer Partei«.
Rechtsaußen-Politikerin Le Pen vor dem Louvre

Rechtsaußen-Politikerin Le Pen vor dem Louvre

Foto: - / AFP

In Frankreich laufen sich die Kandidatinnen und Kandidaten für den Präsidentschaftswahlkampf warm. Für Marine Le Pen, die für den ultrarechten Rassemblement National antritt, begann der Lauf allerdings mit einem handfesten Stolperer.

Die Politikerin hatte für ihre erste Ansprache an ihre Wähler ein Video aufgenommen und sich dafür vor die gläserne Pyramide des berühmten Louvre gestellt. Das Video, das am Samstag ausgestrahlt wurde und auf der Website ihrer Partei zu sehen ist, zeigt das Museum nicht nur im Bild – es soll zudem auch, wenn es nach dem Willen von Le Pen geht, als ihre »Louvre-Erklärung« in die Geschichte eingehen.

Die Museumsleitung hatte für diese Art der Indienstnahme jedoch überhaupt nichts übrig. Das Video sei »ohne jegliche Genehmigung, unter Verletzung der Regeln des Gesetzes, das für den öffentlichen Bereich und das geistige Eigentum gilt« aufgenommen worden, sagte eine Sprecherin des Museums der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Die Zeitung »Le Parisien«, die als Erstes über den Fall berichtet hatte, zitiert außerdem einen Mitarbeiter des Museums: Man sehe sich demnach als Teil der Gesamtheit der Franzosen : »Wir können nicht die Identität einer Partei oder einer Forderung sein. In ihrem Clip beansprucht Marine Le Pen das Image des Louvre für sich.«

Le Pen und das Filmteam seien bereits während der Dreharbeiten darüber informiert worden, dass eine Zustimmung erforderlich sei, heißt es in einer Erklärung, die Bloomberg vorliegt. Das Kunstmuseum kündigte außerdem an, »Folgemaßnahmen, die in Bezug auf die Bedingungen des Filmens und der Verbreitung dieses Videos gegeben sein könnten«, zu prüfen.

Eine Sprecherin von Le Pen sagte dagegen, dass nach den Regeln des Louvre keine Genehmigung erforderlich ist, wenn ein Video nicht für kommerzielle Zwecke gedreht werde.

Es ist, was Wunder, nicht das erste Mal, dass der Louvre als feierliche Bühne herhalten muss. Emmanuel Macron hatte sich im Jahr 2017 am genau gleichen Ort feiern lassen – allerdings als frisch gewählter Präsident und nicht als Parteipolitiker.

Die Pyramide taucht auch in der Video-Ankündigung des Hetzers Éric Zemmour für dessen Teilnahme am Wahlkampf auf. Das Museum hatte ihn daraufhin ebenfalls aufgefordert, das gläserne Monument aus dem Clip zu entfernen. Im Falle einer Weigerung muss der Kandidat der rechten Partei Reconquête mit einer strafrechtlichen Verfolgung rechnen. Das Gleiche gelte nun für Marine Le Pen, hieß es.

mik
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