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Marmorknödel für die Engels-Stadt

aus DER SPIEGEL 43/1977

Mit der Vaterschaft für ihren berühmtesten Sohn, den Ursozialisten Friedrich Engels, tut sich die Stadt Wuppertal mitunter schwer. Bekommt sie nun zu Engels-Haus, Engels-Garten und Engels-Allee auch noch ein Engels-Monument? Eine Frage der Sprachregelung. »Den Kopf von Engels mach' ich euch nicht«, sagte letzten Herbst der Wiener Bildhauer Alfred Hrdlicka zu Wuppertals SPD-Regenten, die mit Rücksicht auf CDU-Polemik den Kopf auch wohl gar nicht hätten haben wollen, und Ausdrücke wie Engels-Denkmal gern vermeiden. Für unversehens zur »Verschönerung der Stadtlandschaft« übriggebliebene 130 000 Mark schlägt der Kunstler nun einen »explodierenden Knödel von Leibern« aus einem Zwölf-Tonnen-Block Carrara-Marmor. Die Skulptur, die nahe dem Engels-Haus aufgestellt werden soll, wird aber sichtlich auch jene Ketten zeigen, die laut Kommunistischem Manifest (Mitverfasser: Engels) Proletarier einzig zu verlieren haben. Hrdlicka, recht in Fahrt: »Vielleicht kommt noch ein 20-Tonnen-Block dazu.«

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