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Max Weber in der Wende

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aus DER SPIEGEL 34/1984

Für Karl Jaspers war er der »geistig größte Mann unseres Zeitalters«, der »Galilei der Geisteswissenschaften«. Dieses emphatische Urteil über Max Weber (1864 bis 1920), einen der Väter der modernen Soziologie, ist nicht unwidersprochen geblieben. Ernst Bloch und Georg Lukacs waren jedenfalls fassungslos, als der »letzte Liberale« im August 1914 freiwillig eine Uniform anzog. Er sei eine »Gestalt der Wende« gewesen, hieß es zu Webers 50. Todestag. In England, Amerika, Spanien und Italien jedenfalls wird Webers »Sozialökonomik« diskutiert, und in Japan lernen jüngere Soziologen vor allem Deutsch, um Weber lesen zu können. Die auf mehr als 30 Bände angelegte Max-Weber-Gesamtausgabe, herausgegeben von Horst Baier, Rainer Lepsius, Wolfgang Mommsen, Wolfgang Schluchter, Johannes Winckelmann und verlegerisch betreut von J. C. B. Mohr (Paul Siebeck), Tübingen, kommt also zur rechten Zeit. Der erste Band »Schriften und Reden 1914 - 1918« ist soeben erschienen, zum stolzen Preis von 397 Mark für die Leinenausgabe.

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