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Film Menschen unter sich

aus DER SPIEGEL 29/1993

Es könnte besser laufen zwischen Lola und David: Nicht nur fällt ihm seine hysterische Gattin mit zwei süßen Söhnen und Selbstmorddrohungen auf den Wecker; der erfolgreiche Architekt läßt sich auch gern mal mit anderen Damen ein. Und Lola (Isabelle Huppert) würde am liebsten mit dem Soft-Rock-Gitarristen Tom durchbrennen - wenn der nicht wiederum allzusehr an Frau und Kindern hinge. So bleibt das Glück untreu: Die entsetzlich flotten, entsetzlich hohlen und unangenehm neureichen Pariser Bürger aus dem Film »Nach der Liebe«, der jetzt in deutsche Kinos kommt, gieren zwischen ihren Glasziegelwänden und Stahlrohrstühlen stets bloß nach dem nächsten »date« - zumindest wechseln sie so eifrig die Partner, streiten und versöhnen sich so rasant, als habe Regisseurin Diane Kurys 20 Folgen eines französischen »Dallas«-Abklatsches auf 104 Minuten zusammengeschnitten. Ölbarone tauchen zwar in dem Film nicht auf; dafür fallen während des Beziehungskisten-Rennens immer wieder Weisheiten ab wie »Vergeßt eure Zahnbürste nicht« oder auch »Man ist nie wegen der anderen unglücklich«.

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