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Meryl Streep warnt Amerikas Mütter

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aus DER SPIEGEL 39/1984

Meryl Streep, Oscar-Preisträgerin und Mutter von zwei Kindern, hatte beschlossen zu handeln. Die Schauspielerin, die sich spätestens seit ihrem Film »Silkwood« über ein mangelhaft gesichertes Plutoniumwerk in der Anti-Atom-Bewegung engagiert, wollte sich in einem Fernsehspot an Amerikas Mütter wenden. Ihre Botschaft: Gegen die atomare Katastrophe gibt es keinen Schutz, dem regierungsamtlichen Beschwichtigungsgerede von den Segnungen des Zivilschutzes ist nicht zu trauen, jeder muß versuchen, zur Verhinderung des nuklearen Holocaust selber etwas beizutragen. Nach dem US-Reglement, so hatte sie sich ausgerechnet, wären die Fernsehstationen verpflichtet, den Spot zu senden, denn ein gewisser Prozentsatz der Werbung ist der »öffentlichen Aufklärung«, dem »public service«, vorbehalten. Aber bei dieser Botschaft sperrten sich die Sender: Sie spräche eindeutig für eine bestimmte Interessengruppe, fiele also nicht in die Kategorie der Aufklärungsspots. In gewissem Sinn haben sie recht: Über die Ablehnung empörte sich die gesamte Freeze-Bewegung.

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