#MeToo-Vorwürfe Intendant Dörr verlässt Berliner Volksbühne

Nach Vorwürfen von Machtmissbrauch und übergriffigem Verhalten gibt der Intendant der Volksbühne seinen Posten ab. Er übernehme die volle Verantwortung, heißt es in einer Mitteilung.
Foto: Paul Zinken / dpa

Schnelle personelle Konsequenzen nach Vorwürfen des Machtmissbrauchs und der sexuellen Belästigung: Klaus Dörr, derzeit Intendant an der Berliner Volksbühne, beendet seine Tätigkeit. Darauf haben sich der Berliner Kultursenator Klaus Lederer (Linke) und Dörr geeinigt. Das geht aus einer Mitteilung Dörrs hervor, die das Theater am Montag veröffentlichte. Dort steht weiterhin, dass Dörr für die gegen ihn erhobenen Vorwürfe die komplette Verantwortung übernehme.

Vorausgegangen war ein Artikel der Berliner Tageszeitung »taz« ; darin heißt es, mehrere Frauen hätten sich bei Themis, der Berliner Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt, über Dörr beschwert. Dabei sei es unter anderem um verbale Einschüchterungen, sexistische Sprüche, unangemessene SMS und Upskirting, also heimliches Fotografieren unter den Rock, gegangen.

Weder Dörr noch der Kultursenator gingen in ihrer Stellungnahme konkret auf die Vorwürfe ein.

Die Berliner Volksbühne zählt zu den wichtigsten Theatern des Landes. Dörr hatte die Leitung vor drei Jahren nach Querelen um seinen Vorgänger übernommen. Er sollte das Theater nach der turbulenten Zeit vorübergehend führen, während die Intendantensuche lief. In einigen Monaten soll der Regisseur René Pollesch das Haus übernehmen.

sak/dpa
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