Mexiko Fünfter Journalist in diesem Jahr getötet

Zwei Verdächtige sind gefasst – möglicherweise Auftragstäter: Erneut ist in Mexiko ein Journalist umgebracht worden. Das Land ist für Medienschaffende das gefährlichste weltweit, noch vor Afghanistan.

In Mexiko ist ein weiterer Journalist ermordet worden. Die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Oaxaca im Süden des Landes teilte nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP mit, dass die beiden mutmaßlichen Mörder festgenommen worden seien. Der Chef des Nachrichtenportals »Noticias Web«, Heber López Vázquez, wurde demnach in seinem Auto getötet. Andere Medien wie z.B. der britische »Guardian«  berichten, dass er beim Verlassen seines Büros in Salina Cruz erschossen wurde. Es ist bereits der fünfte Mord an einem Journalisten in Mexiko seit Jahresbeginn.

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Neben den Verdächtigen habe die Polizei auch die Tatwaffen sichergestellt, sagte Staatsanwalt Arturo Calvo dem Nachrichtensender Milenio . Die mutmaßlichen Mörder sind demnach auf der Flucht geschnappt worden. Calvo schloss nicht aus, dass es sich um Auftragstäter handelte.

Mexiko gilt als eines der gefährlichsten Länder für Journalisten. Im Jahr 2021 wurden nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF)  mindestens sieben Journalisten ermordet. Auf Platz zwei rangiert demnach Afghanistan: Im letzten Jahr wurden dort nach Informationen von RSF mindestens sechs Personen getötet, die meisten von ihnen bei Attentaten und Bombenanschlägen, zu denen sich der »Islamische Staat« oder die Taliban bekannten.

Zwei Journalisten in Afghanistan festgenommen

Am Freitag erklärte das Uno-Flüchtlingshilfswerk, dass in Kabul zwei ausländische Journalisten festgenommen worden seien. Beide waren für die Uno-Organisation in Kabul tätig. Auch afghanische Staatsangehörige seien demnach in Gewahrsam genommen worden.

»Wir tun unser Möglichstes, um die Situation in Abstimmung mit anderen zu klären. Angesichts der Art der Situation werden wir keine weiteren Kommentare abgeben«, twitterte das UNHCR. Die Organisation machte keine Angaben zur Identität der Festgenommenen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP handelt es sich bei einem der Journalisten um den ehemaligen BBC-Korrespondenten und erfahrenen Afghanistan-Reporter Andrew North.

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Seit der Machtübernahme der Taliban im August vergangenen Jahres kam es in Afghanistan vermehrt zu Festnahmen von Oppositionellen, regierungskritische Demonstrationen wurden gewaltsam aufgelöst. Auch Journalisten sind betroffen: Anfang des Monats wurden zwei afghanische Journalisten für einige Tage inhaftiert, bevor sie wieder freigelassen wurden.

ime/AFP/dpa
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