»Grausamkeit gegen Tiere« Modezeitschrift »Elle« will keine Pelze mehr zeigen

Etliche Modehäuser haben sie schon aus ihren Kollektionen verbannt: Nun will die Zeitschrift »Elle« auf Fotos von Pelzen verzichten – auch in Anzeigen. Unter den Modemagazinen ist sie damit noch ein Einzelfall.
Tierfelle (Symbolfoto): »Vergangene Zeiten«

Tierfelle (Symbolfoto): »Vergangene Zeiten«

Foto: Ravitaliy / iStockphoto / Getty Images

Das Modemagazin »Elle« hat als erstes großes Medium ein Pelzverbot in seinen redaktionellen Inhalten und Werbeanzeigen beschlossen. »Tierische Pelze auf unseren Seiten und in unseren Onlinemedien zu zeigen, stimmt nicht mehr mit unseren Werten oder den Werten unserer Nutzer überein«, sagte die internationale Chefin von »Elle«, Valéria Bessolo Llopiz, am Donnerstag bei einer Konferenz der Modebranche im südenglischen Chipping Norton.

Das Monatsmagazin »Elle« wurde ursprünglich in Frankreich gegründet und gehört zu der französischen Mediengruppe Lagardère. Mittlerweile gibt es 45 Ausgaben in verschiedenen Teilen der Welt. Das Magazin hat nach eigenen Angaben 33 Millionen Leser weltweit, seine Internetseiten verzeichnen hundert Millionen Aufrufe monatlich.

Pelzverbot soll bis Ende 2022 umgesetzt werden

Es sei Zeit für ein Statement von »Elle«, das sich gegen die »Grausamkeit gegen Tiere« richte, sagte Bessolo Llopiz. Das Magazin wolle nun vielmehr »das Bewusstsein für das Wohlergehen von Tieren stärken«. Derzeit gilt schon für 13 »Elle«-Ausgaben ein Pelzverbot. 20 weitere sollen dem Beispiel am ersten Januar folgen, die übrigen schließlich ein Jahr später.

Die Tierschutzorganisation Peta lobte die Entscheidung. Die Abbildung von Pelzen in Magazinen gehöre in »vergangene Zeiten«, sagte die britische Peta-Chefin Elisa Allen der Nachrichtenagentur AFP. Sie begrüßte, dass die britische »Vogue«, die britische »Cosmopolitan«, das Magazin »InStyle« in den USA und die neue Skandinavienausgabe der »Vogue« in ihren redaktionellen Inhalten auch auf Pelz verzichteten. Zugleich äußerte sie die Erwartung, dass Pelz bald auch aus den Werbeanzeigen in den Magazinen verbannt werde.

Kunstprodukte verdrängen Tierfelle vom Markt

Der Druck auf die Modeindustrie, auf Pelz zu verzichten, hat deutlich zugenommen. Zahlreiche Modehäuser, darunter Gucci, Versace, Prada, Burberry, Vivienne Westwood, Donna Karan, DKNY und Michael Kors, haben Pelz bereits aus ihren Kollektionen verbannt. Pelzlieferanten kritisieren, ihre Naturprodukte würden durch synthetische Materialien ersetzt, die Jahrhunderte bräuchten, um biologisch abgebaut zu werden, und damit der Umwelt schadeten.

ime/AFP
Mehr lesen über Verwandte Artikel