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FOTOGRAFIE Morbides in Pastell

aus DER SPIEGEL 39/1999

Mehr als 900 Gebäude von architektonischer Bedeutung sind in Havanna verzeichnet, und deshalb wurde die Altstadt von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt. Doch spätestens seit Kuba zum Modereiseziel geworden ist und der Latino-Boom aus allen Lautsprechern tönt, gehört Kubanisches in jede gut ausgestattete Wohnung. Son und Salsa gibt es auf CD und im Kino, karibisches Jerk-Hühnchen in der Tiefkühltruhe, und für den Wohnzimmertisch hat der Münchner Fotograf Hans Engels den dekorativen Architektur-Bildband »Havana« (Prestel-Verlag, München; 104 Seiten; 68 Mark) beigesteuert, der auf hohem fotografischem Niveau dem morbiden Charme der Inselhauptstadt huldigt. In sanftem pastellfarbenem Licht zeigt er, fast menschenfrei, die Prunkbauten des alten kapitalistischen Kuba im heutigen sozialistischen Zustand. Beeindruckend bleibt, trotz fortgeschrittenen Verfalls, die Vielfalt der Architektur: Art Nouveau, Art Deco, Moderne Klassik, Modernismus - für jede Stilrichtung der ersten Jahrhunderthälfte finden sich in Havanna repräsentative Prachtbauten.

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